Freitag, 26. Juni 2015

Ein Mehr an Generationen und das Glück noch Urgroßeltern zu haben


Letztes Wochenende waren wir bei meinen Großeltern. Draußen im Grünen. Wo man noch Vögel zwitschern hört und Grillen zirpen. 
 
Die Mini besitzt noch vier Uromas und zwei Uropas und wir genießen das richtig. Auch wenn sie mit den circa 70-75 Jahren nicht mehr die Fittesten sind, ist es für uns alle der reinste Zugewinn (mittlerweile sind ja eher die Omas und Opas von den Kleinen in dem Alter). 


Deshalb habe ich überlegt euch eine - nein zwei - neue Initiativen vorzustellen und dabei ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. Auf Spiegel Online las ich etwas von der Öffnung für neue Urlaubskonzepte (Siehe hier!) (Omas,  Eltern und Enkel), was ich ansich nicht schlecht finde, aber für uns war letztes Jahr der Wientrip mit vier Generationen leider nicht der erholsamste, deshalb weiß ich nicht, ob das wirklich eine Zukunft hat. 

Eine Zukunft hat aber sicherlich der Erhalt  und die Weiterentwicklung von Mehrgenerationenhäusern (Siehe hier!), welche Frau Schwesig unterstützt (Unterzeichnung der Rahmenbedingungen für den Erhalt von Mehrgenerationenhäusern vor etwa einem Monat). 

Manuela Schwesig: „Die Zukunft der Mehrgenerationenhäuser ist gesichert. Mir ist der Zusammenhalt zwischen den Generationen wichtig. Wir brauchen in unserer Gesellschaft ein Miteinander der Generationen statt ein beziehungsloses Nebeneinander. Mehrgenerationenhäuser sind Orte, an denen Gemeinschaften entstehen – zwischen Alt und Jung (...)"




Ich finde Mehrgenerationenhäuser sind eine wundervolle Idee; denn in Zeiten gestiegener und vorausgesetzter Mobilität, sollten wir uns doch manchmal auf das Wichtige konzentrieren. Meiner Meinung nach die Familie und auch die Erfahrung älterer Menschen. Auch wenn diese oftmals mit unseren postmodernen Ideologien im Widerspruch stehen. Ich weiß noch, wie ich mich im Wien-Urlaub oftmals über die Erziehungsmethoden meiner weiblichen Verwandten aufgeregt habe, weil sie nicht meinem Ideal von Freiheit und das-Kind-weiß-und-zeigt-was-es-will entsprachen. Mittlerweile sehe ich das gelassener. Die Mini kann selbst zwischen den Personen und ihren Methoden unterscheiden, erkennt, welche (Ur-) Oma autoritärer und welche nachsichtiger erzieht. Auch ich habe das schließlich als Kind lernen müssen und es hat nicht geschadet. Auch meine Meinung war in der Kindheit eine andere, als später. Klar genoss ich es als Kind total verwöhnt zu werden und alles zu bekommen, was ich wollte. Mittlerweile schätze ich auch den anderen - mir damals nicht so wohlgesonnenen - Erziehungsstil. Hat er mich doch mehr auf das Leben vorbereitet (ich spreche hier nicht von Gewalt, aber trotzdem einer klaren konsequenten Linie). 


Das Miteinander wofür die Familienministerin plädiert, findet wirklich immer seltener statt. Bei uns leider auch. 200km trennen uns von den Urgroßeltern, 30-50 von den Großeltern, welche berufstätig sind (Siehe vorhin die Altersangaben). Deshalb haben wir uns so etwas wie eine "Leihomi" geholt, die jede Woche mit Sophie einige Stündchen spielt und uns eine gute Freundin geworden ist. Uns wurde damals die Initiative Wellcome (Siehe hier!) empfohlen, welche für das erste Babyjahr eine Art Nachbarschaftshilfe darstellt. Die Initiative wird von oberster Stelle beschützt (Frau Dr. Merkel ist Schirmherrin) und von unterster Stelle ehrenamtlich getätigt. So hilft die Initiative jeder Familie, egal welchen sozialen Status sie innehat. Unsere "Leihomi" ist mittlerweile eine sehr gute Freundin der Familie geworden, auch nach dem ersten Jahr von der Kleinen hat sie beschlossen weiterhin einen halben Tag die Woche mit ihr zu verbringen. Einfach, weil die beiden ein Herz und eine Seele sind. 


Ich denke, in Zeiten höherer Anforderungen an die Familie (vor allem Mobilität und Flexibilität) sollten solche Projekte weiter ausgebaut werden. Ich kann mir auch gut vorstellen, später selbst eine "Leihomi" zu werden. Bis dahin genieße ich aber das Mamasein und die  Besuche, die wir den (Ur-) Großeltern abstatten können. Denn, wir durften am Wochenende wieder einmal sehen, wie viel Sophie durch die Stunden mit der älteren Generation lernen konnte. Und auch wie viel Freude die Kleinen den Großen schenken. 

Schwesig: "Hier zeigt sich, dass Gesellschaft zusammenhält. Ich freue mich, dass Bund und Länder dieses Erfolgsmodell langfristig gemeinsam unterstützen werden."

Ich freue mich auch. Herzlichst, eure Ephi 


Schnittmuster: Basic Hose von Ki-Ba-Doo in Größe 98 (Gefunden hier!)
Stoffe: Lightflowers Butterflies und weinrot-weises Bündchen von Lillestoff (Gefunden hier!)
Fotos: Meine Oma habe ich ein wenig versteckt, ich denke mit dem Internet möchte sie nicht viel zu tun haben ;)

Quellen: Gemeinsames Engagement von Bund und Ländern sichert Perspektive der Mehrgenerationenhäuser auf mehrgenerationenhaeuser.de. Zugriff am 24.06.2015 (Siehe hier!)
Angebote von wellcome - auf einen Blick von wellcome-online.de. Zugriff am 24.06.2015 (Siehe hier!)

Ab damit zu FREUTAG,  Kiddikram und Meitlisache

Kommentare:

  1. Danke für deinen Post. Das Thema Mehrgenerationenhaus "läuft" mir gerade auch immer wieder über den Weg. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass solche "Projekte" wirklich funktionieren und es ein harmonisches Miteinander gibt. Mit meiner Mutter und meinen Schwiegereltern könnte ich mir so etwas zum Beispiel aber nicht vorstellen, da sie gewisse Grundsatztypen sind und es ihnen eher schwer fällt, ähm...wie drücke ich mich jetzt aus...offen zu sein. Ja, das ist wohl das richtige Wort. Sie mögen ihre Enkel sehr, aber ein ständiger Kontakt wäre für unsere gesamte Beziehung eher schlecht. Schön, das du das Thema (auch über Leihoma´s) angesprochen hast.
    Herzliche Grüße, Janet

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  2. Hallo Janet,
    Ich verstehe dich da total. Wir sind auch bei meinen Schwiegereltern ausgezogen und haben uns unser eigenes Reich gebaut, weil es uns wahrscheinlich zu anstrengend gewesen wäre. Distanz tut innerhalb der eigenen Familie oft gut.

    Und auch mit meiner Mutter oder noch mehr unseren Großeltern gäbe es da wahrscheinlich Probleme. Wegen der Grundsätze, wie du schon richtig sagst. Das fängt bei den üblichen Themen an. Essen aufzwingen oder nicht. Und das kann eben dann die schönen Seiten ganz nach hinten rücken.

    Aber wenn man darüber spricht, wie wir mit der Leihomi, die eine ähnliche Erziehungslinie wie wir verfolgt. Dann kann das wirklich super sein!

    Liebe Grüße! Ephi

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