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Montag, 4. Juli 2016

Kinderschlummerschnitte Eröffnungspost!



Ich starte nun mit euch in die #kinderschlummerschnitt(e) - Reihe, denn beim Ausmisten des Kleiderschranks von Sophie bemerkte ich eine gähnende Leere. Es ist wirklich merkwürdig, denn ich nähe so viel, aber ich habe immer das Gefühl, dass wir nie das passende im Schrank haben. Zum Glück kommt uns das Wechselwetter entgegen. Strumpfhose unter das Sommerkleid und es passt und auch unser Sommerurlaub wird eher bei 25 als 35 Grad verbracht, das heißt, wir brauchen keine zehn Shorts. Was wir aber brauchen ist die Lust am Nähen: schnelle Projekte, ausführliche Projekte, Herausforderungen, Zwischendinger. Und dabei Liegengebliebenes verarbeiten. Ich habe so viele Kinderschlummerschnitte, die sich ähneln, die nicht perfekt zu meinem Kind passen, die einfach liegenbleiben aufgrund von Probenähen. Das geht so nicht mehr. Deshalb habe ich beschlossen, natürlich im Einverständnis mit Yvonne und Lisa, in der Zwischenzeit die Kinderschlummerschnitte aufleben zu lassen. Da es nicht groß aufgezogen wird, werde ich nur das Titelbild etwas ändern. Die Wochenthemen zeige ich euch erst einmal so. Mein Bruder hat die letzten Monate so viel für mich geleistet, dass ich ihn nicht weiter stören möchte.
 
10.07 Kleider, Tuniken
17.07 Boleros, Cardigans, Westen
24.07 Shorts und Panties
31.07 Tops
07.08 Röcke
14.08 Hosen, Leggings
21.08 Jacken, Sweatjacken
28.08 Hüte, Mützen, Unterwäsche, Accessoires 
05.09 Shirts
12.09 Herausforderung
19.09 Abschlusspost!

Dann ist September und wir haben eine wunderbare Verschnaufpause bis Oktober/November, wenn wir mit den Schlummerschnitten Runde Zwei beginnen beziehungsweise in die Winterschlummerschnitte starten. 


Wie ihr sehen könnt, ziehe ich diese Reihe alleine auf. Das heißt, ich werde nicht immer sofort zur Verfügung stehen. Zwischendurch bin ich sogar 15 Tage nicht wirklich verfügbar. Das heißt, ich bereite mich jetzt konsequent darauf vor. Dieser Sew Along fällt ja auch mitten in die Ferienzeit... Aber was muss, das muss. Für die Herausforderung gebe ich uns sieben Tage Zeit. Es soll ja eine Herausforderung sein. Ansonsten habe ich versucht sommerlichere Outfits nach vorne zu ziehen, sodass wir am Ende sogar schon Herbstschnitte nähen können.

So nun zu den Regeln. Sie sind eigentlich ähnlich wie beim #Schlummerschnitte Sew Along. Es dürfen nur Schnitte verlinkt werden, welche noch nie genäht wurden und auf dem Computer, in Zeitschriften, als Papierschnitte, etc. verweilten. Sie sollten vor Ostern 2016 gekauft worden sein. Bzw. veröffentlicht worden (wenn ihr nichts Passendes sonst habt, ist das auch okay). Arbeitet jetzt ab, bevor ihr wie ich bei der makerist Aktion zuschlagen wolltet. Probeplotten und -applizieren in Verbindung mit den Schlummerschnitten ist natürlich gestattet. Wir starten sonntags und lassen es vierzehn Tage laufen. Es wird, bisher, keine Sponsoren geben. Belohnt euch doch danach einfach selbst, indem ihr sagt, wenn ich zwei Schnitte nähe, darf ich mir ein neues dafür kaufen. Oder bei drei ein neues. Vielleicht findet sich aber auch ein Sponsor zum Abschluss. Wer weiß?! Ich habe mir einen Wunschzettel aufgeschrieben mit Kinderschnitten, welche ich gerne hätte. Sie wird wahrscheinlich auch in der Zwischenzeit um einige Schnitte erweitert. Bis dahin kaufe ich mir aber keine. Denn als ich die #kinderschlummerschnitte-Liste geschrieben habe, ... Na ihr wisst schon. Wobei die Verwunderung recht groß war. Es sind viele Hosen und wenige Kleiderschnitte. Mal schauen, wie das wird.

Wenn ihr euch zusätzlich zu den Schlummerschnitten gerne zu anderen Linkpartys verlinken möchtet, dann kann ich euch hierfür Empfehlungen weiterleiten. Auf Facebook dürft ihr euch unter meinen Originalbeiträgen verlinken. Schaut doch einfach mal in der FAQ und den Regeln zum #Schlummerschnitte-SewAlong vorbei. Ach und wenn wir schon bei Kindern sind: ihr müsst keine Tragebilder machen, ich weiß, dass dies nicht jeder möchte. Das ist in Ordnung. :)


Ich muss mir jetzt meine Schnitteliste am Computer aufschreiben und dann überlegen, welche Schnitte ich euch präsentieren werde. Bin selbst schon gespannt. Gerade bei dem Thema Herausforderung und Jacke. Das wird eine schöne Zeit. Und selbst, wenn nur einer oder mal keiner mitmacht,... Jeder macht es ja für sich selbst. Und danach belohne ich mich auch irgendwie. Oder zwischendurch. Denn ein Kinderschnittmuster lag auch in meinem makerist Warenkorb. Ich gestehe es. Ich kann es auch nicht lassen. Zum Glück sind genug Stoffe vorhanden!

Wer von euch ist denn mit dabei? 
Herzlichst, eure Ephrata

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Von Helfern, welche nicht helfen können.

Viele Menschen hier in der Stadt und der Umgebung möchten bei der Integration von Flüchtlingen helfen. Es gibt einige Aktionen, die bestehen, einige, die am entstehen sind und verdammt viele gute Ideen, denen nicht auf die Beine geholfen wird. Grund: Überforderung.


Und ja, ich verstehe das. Ich studiere es und kenne aus wissenschaftlicher Sicht auch die Problemstellen. Aber mittlerweile glaube ich nicht mehr an ledigliche Überforderung. Ich möchte es nicht. Denn bei uns bestehen bisher zwar Flüchtlingsheime, und zwar mehrere in der Stadt verteilt, es gibt verschiedene Organisationen, welche sich mit der Thematik beschäftigen (Amt, Caritas, Diakonie und eine große FacebookGruppe), aber bisher ist bei uns noch der geringste Anteil an Flüchtlingen, die wir hier aufnehmen, angekommen. Wie wird es wohl werden, wenn sie alle da sind und schon jetzt nichts vorwärtsgeht? Wenn sich jemand bei uns meldet um mithelfen zu möchten, heißt es entweder "Spenden Sie Kleidung", "Helfen Sie in der Kleiderkammer" oder "ansonsten ist alles in der Planung". Hmm Planung. Ein schönes Wort. Eins, dass zwar sinnvoll ist. Aber es funktioniert eben nicht mehr.


Wir haben Initiativen wie "Sew A Smile" gegründet und reichlich Werbung dafür gemacht. Doch alle Städte, die wir beliefern könnten, antworten uns nicht, oder sie verstehen den Inhalt auch nach zweimaliger Erklärung nicht. Sie rufen nicht zurück nach drei Anrufen. Man wartet wochenlang auf Mails. Und so wächst der Frust im Ehrenamt.
Ideen, die nicht wahrgenommen werden oder nach hinten verschoben. Ehrenamt, dass nur an nur zwei Tagen (vormittags) wahrgenommen werden kann. Und eben kaum Antworten auf offene Fragen oder Angebote.


Wir finden Lösungen. Wir suchen sie selbstständig. Wir gehen unseren Weg ohne große Störungen der eigentlichen Arbeit. Das ist kein Problem. Aber wenn selbst auf die geringsten Fragen keine Antworten gefunden werden können, wächst die Enttäuschung und manche verwerfen Ideen auch wieder und gehen lieber ihrem eigenen Leben nach. Helfer, welche nicht helfen können. Das ist auch eines der größten Probleme, woran Integration scheitern könnte. Bleibt dran an euren Ideen. Irgendwo werden diese sicherlich gebraucht.

Herzlichst, eure Ephrata.

Schnittmuster: Frau Aiko von Schnittreif in der Größe S
Stoff: Glitzersweat in dunkelblau-silber von Lillestoff

Ich habe endlich auch eine Frau Aiko genäht. Und mich dabei an Prülla orientiert, denn eigentlich ist der Schnitt für Webware gedacht. 2cm schmälern und er sitzt perfekt. Ein einfacher, schöner Schnitt, den ich hoffentlich noch öfters nähen werden. Wenn ich dazu komme und nicht frustriert meine Zeit beim 100mal mailen oder telefonieren "verschwende". Ich habe übrigens keine Taschen aufgesetzt und es einfach schlicht gehalten. Meine Version ist mit Beleg. Ich finde Belege einfach was ganz Tolles, muss ich ehrlich gestehen. Mein Mann war sehr begeistert von FrauAiko, findet sie noch schöner als meine Glitzer-FrauFannie. Und ich fühle mich richtig wohl darin, denke fast, man kann es immer anziehen, je nach Kombination. Also werde ich wohl noch die zwei anderen Glitzersweat-Farben bestellen und FrauAikos daraus nähen, wobei nach rauchblau und schwarz und jetzt noch dunkelblau reicht es mir erst einmal mit dem Glitzer.

#BloggerFürFlüchtlinge
Ab damit zu Rums! Und auch zu Ich-näh-bio. 

Mittwoch, 23. September 2015

Die Kunst, zu helfen und dabei auch auf sich zu achten.

Dieser Text fällt mir nicht leicht. Das gestehe ich gleich. Denn ich liebe es zu helfen, aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich mir all das nicht so vorgestellt habe und ich auch von Freunden vorgewarnt wurde, mich nicht zu übernehmen. Und es stimmt. Aber was soll man machen? Das habe ich mich gefragt? Was soll ich machen, wenn in einer Großstadt mit einer riesigen Strukturschwäche ehrenamtliches Engagement nicht bzw. kaum gefördert wird und nicht koordiniert?




Man fängt Projekte an. Im Kleinen. Sie wachsen und gedeihen (hoffentlich). Dabei gehe ich jetzt auf meine Tätigkeiten kurz ein: so begann ich am Montag in der Kleiderkammer auszuhelfen, zu schreiben, was genau dort fehlt, zu überlegen, wie man helfen kann, usw. Meine Mützen der simplify your fabric Aktion waren am Mittwoch nach Kleiderausgabe bis auf eine nicht mehr im Regal vorzufinden. Und so habe ich beschlossen mich weiterhin auf diese zu konzentrieren. Sie raubt mir am wenigsten Zeit, und ich sehe sie kommt gut an. Nebenbei fiel mir auf, dass Rucksäcke fehlen. In unserer Kommune. Also eröffnete ich eine Sew A Smile Aktion für die Kommune hier. Obwohl ich die Aktion sehr schätze, finde ich die Kommunikation trotz web2.0 wirklich nicht die Beste. Aber ihr macht das top, macht bitte alle weiter. Ich nähe, organisiere weiter, aber in einem reduzierten Ausmaß, denn manchmal hilft es zu sagen: hey mir wird das zu viel. Kann jemand anderes noch helfen? Ich werde weiter nähen (25 SmileBags sind schon zugeschnitten, eine größere Aktion geplant) und ein wenig koordinieren. Denn jede SmileBag ist eine wunderbare Art, Willkommen zu sagen. Ich ziehe mich aber auch zurück, weil ich merke, dass bei uns anderswo noch mehr Not am Mann ist (Gesamte Koordination, und das Aufzeigen, dass jeder helfen kann). Steine ins Rollen bringen, Aktionen ins Leben rufen und sich dann zurückziehen, wenn man merkt, dass es ohne einen geht. Das ist irgendwie mein Credo geworden - mich dabei auf einige "Aktionen" konzentrieren. 



Direkt in der Kleiderkammer wurde ich auf Deutschkurse angesprochen. Ich suche also verzweifelt nach Menschen, die mit Händen und Füßen Deutsch beibringen und drückte dem jungen Syrer erst einmal ein Kinderbuch in die Hand um ein paar Worte zu lernen. Ich weiß, eine dämliche Art und Weise Deutsch zu lernen, aber unsere Kinder machen es doch auch so, und er freute sich über die Idee. Wenn ich niemanden finde, werde ich versuchen ein bisschen mit ihm zu kommunizieren. Ich bin nicht ausgebildet, ich denke aber, dass alles funktionieren kann, wenn man nur möchte.

Das Gleiche gilt für uns ALLE. Mit Freunden habe ich abends über die Problematik in der Stadt gesprochen. Und ein Freund meinte, "wie kann ich eigentlich helfen? Das frage ich mich." Und ich habe gesagt: "mit Kleinigkeiten." Wenn jeder eine Kleinigkeit macht wird daraus Großes. Man muss sich nicht überladen und in ein Konkurrenzdenken bei der Hilfe verfallen. Man muss nicht 100 SmileBags nähen, und 1000 Mützen und dann noch Kurse geben. Manchmal reicht es auch, ein Haargummi zu spenden, damit Kleider besser in die Heime transportiert werden können, oder einen Kontakt zu vermitteln, manchmal reicht eine Puppe für das Kind oder ein paar Worte Deutsch, wie "Guten Mittag". Und was immer hilft, ist ein Lächeln. Ein Lächeln mit welchem man sagt: du bist hier willkommen. 



Wahrscheinlich schreibe ich mir die Worte gerade selbst. Aber es betrifft viele Helfer, manche sind erschöpft (man kann kaum abschalten, das merke ich immer wieder, wenn ich mit Menschen spreche. Ich denke oft an die Personen zurück, an das, was sie wohl so erlebt haben und erleben und an all die Aktionen. (Und manchmal denke ich: "man haben wir kleinliche Probleme".) Auch diejenigen, welche es beruflich machen, wie Polizisten sind erschöpft. Und auch (oder vor Allem) die Flüchtlinge sind erschöpft. Ich wünsche mir einfach nur, dass jeder eine Kleinigkeit gibt, damit Großes entstehen kann. Und dass dies nicht an einigen wenigen hängen bleibt. Wobei ich das befürchte, vor Allem weil Helfen derzeit wirklich ein Hype ist - wir brauchen mehr Glitzer in der Welt.

Herzlichst, eure Ephrata (die sich wirklich viele Gedanken zurzeit macht)


Schnittmuster: CuddleMe von Schaumzucker in der Größe S
Stoff: Glitzersweat in Schwarz von Lillestoff

Eigentlich ist meine CuddleMe schon seit einer Woche fertig, Das ging ja auch wirklich schnell. Nur wellt sie sich, aber nicht allzu schlimm - mich stört es nicht. Zum Fotografieren komme ich nicht in letzter Zeit. Ich stelle dies derzeit auch hinten an. Das gebe ich ehrlich zu. Ich hatte wahnsinnig viele Pläne für die Semesterferien. Mittlerweile mache ich erfüllendere Aufgaben als den Großputz. Ich habe einige Nähwerke fertiggestellt. Ich verspreche, ihr seht bald mehr. Aber bis dahin versuche ich ein kleines Glitzern in die Augen mancher Menschen zu zaubern.

Sonntag, 13. September 2015

Simplify your fabric! [Platz schaffen für den guten Zweck]

Eigentlich ist es ganz simpel. Ich stelle eine kurze Frage, ihr beantwortet sie innerlich mit Ja. Und macht was daraus. Oder auch nicht.

Gerichtet ist es wie bei der letzten Aktion an die kreative Bloggerszene, an die DIYler, egal ob Strickende, Häkelnde, Nähende Damen, Männer oder Kinder. 


FRAGE: Habt ihr Reste? Also Stoffreste, Wollreste? Etc? Und was macht ihr daraus?

ANTWORT: Warten bis ich die x-te Mütze nähen kann oder sie mal für eine Tasche benutze oder sonst was. So bin ich auch. Sie liegen herum. Okay mittlerweile nur nicht mehr, denn ich habe für diesen Post natürlich etwas vorgearbeitet.


Wie ja alle wissen, gibt es in Deutschland ein riesiges Aufkommen an Flüchtlingen. Die meisten haben nur ihre Familie (wenn überhaupt) und das, was sie am Körper tragen dabei (Und ja, dazu können auch smartphones gehören. Ich würde meins auch mitnehmen um Kontakte aufrechterhalten oder Fotos anschauen zu können). Und natürlich eine lange traumatische Geschichte. Gerade die Kinder liegen mir hier sehr am Herz. Nicht auszumalen, wie schlimm das ist. Wenn ich Geschichten auf anderen Blogs lesen steigen mir immer die Tränen in die Augen.

In Deutschland gibt es eine große Willkommenskultur. Es wird gesammelt, was es gibt. Kleidung, Schuhe, Wohnaccessoires, Wohnungen... Und das ist wunderbar. Auch ich habe aussortiert, fand es aber auch irgendwie doof den Menschen nur das zu überlassen, was eben gerade übrig blieb. Dabei ist alles in einem einwandfreiem Zustand und wird nicht mehr benötigt. Oder wir besaßen es in gefühlter dreifacher Ausführung. 

Bei meinem Projekt nutze ich auch nur Überbleibsel.  Leider. Aber vielleicht gibt es ja ein paar Menschen / Händler / Hersteller, welche Stoffe sponsern möchten oder auch Schnittmuster?! Das kann man natürlich auch machen.

PROJEKT: wir machen das, was wir gut können, was uns am Herzen liegt, investieren Zeit und nähen, stricken, häkeln aus Reststoffen. Und zwar, was man brauchen kann, was der Stoff, die Wolle noch herausspringen lässt. Für kleine Projekte gibt es zum Beispiel ganz gute Schnittmuster für Beanies, Loops, andere Mützen, Socken, etc. Die Größe ist egal (Eine Ideensammlung findet ihr hier im Post. Gerne erweiterbar). Gebraucht wird von Baby bis Erwachsenen. Der Zeitaufwand ist gerade für eine Mütze minimal und man kann ja eine kleine Massenproduktion entstehen lassen. Und dafür halten die Kinder und Erwachsenen wirklich was Einzigartiges, Eigenes in den Händen. Etwas, was nur ihnen gehört und für sie persönlich gemacht worden ist.


Schnittmuster - Beispiele (alles Freebooks, aber nur für Näherinnen, da ich persönlich nicht stricken kann | Freebooks, damit ihr nicht noch zahlen müsst, sondern wirklich nur Vorhandenes investieren könnt).
- Beanie für Erwachsene von Hamburger Liebe. Größen 46-56. Benötigt sind laut Angabe circa 40cm Jersey. Dort gibt es auch eine Anleitung für Loops für Erwachsene.
- Beanie für Kinder. Ich greife da gerne auf MamaHoch2 zurück. Größe 39-55cm Kopfumfang.
- Lätzchen für Babys von Hamburger Liebe. Hier braucht ihr Oberstoff (Popeline, Jersey) und Unterstoff (Frotee) sowie Bündchen. Und natürlich einen Druckknopf.
- Lätzchen für Babys von KreativLaborBerlin
- Haarbänder von Hamburger Liebe
- Loops
- Handschuhe für ganz Kleine von Farbenmix.
- Handschuhe für 2,4 und 6 jährige bei Pattydoo.
- Socken findet ihr bei Cherry Picking.

Einen Zeitpunkt, wann es fertig sein muss gibt es nicht. Warum auch? Es gibt genügend Flüchtlinge, und es kommen immer mehr. Ich habe es so gemacht, dass ich jeden Abend eine Kleinigkeit genäht habe. Diese gebe ich noch vor unserem Urlaub ab (Bei der Kleiderkammer) und danach werde ich hoffentlich immer noch abends eine Stunde investieren können. Wenn der Alltag langsam wieder losgeht. Aber es sind immerhin schon ziemlich viele Beanies in unterschiedlichen Größen für Kinder entstanden.

Um den Verteilern der Kleidung nicht noch eine Last aufzutragen, könnt ihr natürlich Größenlabels, Plotter Dateien zur Unterstützung in die entstandenen Werke hineinwerkeln. Falls ihr das nicht habt - so wie ich - habe ich hier eine Datei für euch. Diese könnt ihr außen an die Mütze anbringen (bitte nicht annähen) oder ihr sammelt mehrere einer Größe und klebt es dann auf den Karton, die Tüte oder wie ihr es eben transportiert. Hier gibt es die Datei in Visitenkartengröße.
Bitte sicher festkleben, festmachen (Außen: Tesa, Innen: zB mit Kordeln, Büroklammern) ! Hier ein Dankeschön an meinen Bruder, welcher mich entlastet und dieses kleine Helferlein entworfen hat. Und noch eine kleine Anmerkung: bitte noch einmal vor Abgabe alles waschen. Kaum ein Flüchtling hat Zugang zu einer Waschmaschine! Wenn ihr die Stoffe vor dem Nähen in die Maschine stopft, dann reicht das natürlich aus. 


Ich hoffe, es beteiligen sich einige Blogger unter euch. Ich möchte nur eine Idee anbieten, was man machen kann. Es gibt noch so viel mehr. Plündert den Kleiderschrank, den Stoffschrank etc! Eine ähnliche Aktion habe ich letztens bei Carolin von The Blogbook entdeckt. Und ich dachte, Mist die Idee kommt jetzt geklaut rüber, das ist sie aber nicht. Sie kam mir plötzlich, weil viele immer wieder fragen: was macht ihr mit euren Reststoffen?! Außerdem ist der Bedarf innerhalb dieses Jahres gestiegen und seitdem bestimmt wieder einige Stoffberge von euch auch. Von mir auf jeden Fall.
Weitere Inspirationen findet ihr bei #BloggerFürFlüchtlinge oder auch in euren Kommunen (ich habe bei der Diakonie angefragt und bekam eine positive Rückmeldung. Sie sind dankbar für jede Hilfe, solange sie keinen Verwaltungsaufwand haben. Eventuell gibt es im Social Media auch Gruppen für eure Gemeinde, bei uns z.B. "Refugees, welcome to Pforzheim").

Herzlichst, eure Ephrata

Eine ähnliche Aktion gibt es derzeit auch: Sew a smile. Hier werden Taschen genäht.
Falls jemand von euch jetzt denkt, da mache ich mit und kommt zufälligerweise aus dem Raum Dresden. Dann helft doch bitte Romina bei ihrer Aktion "Mütze mit Herz". Gleicher Kontext mit etwas Zeitdruck. Hier findet ihr einen Aufbügler: drei Euro gehen direkt an die Aktion #BloggerFürFlüchtlinge, und ihr bezieht Stellung. Ich werde dort wohl auch noch einen bestellen.

Ansonsten schaut mal bei Rums vorbei. Muddi sammelt dort auch viele Links! Danke hierfür.


Donnerstag, 27. August 2015

This is Not okay.

Wieder ein Thema, über welches ich nie sprechen wollte. Ich mag nämlich diese Besserwisserei und das Aufdrängen von den sogenannten Gutmenschen nicht. Und trotzdem erwische ich mich immer wieder dabei, wie auch ich mich manchmal ein wenig über den Konsum von Familie und Freunde "erstaunt" bin. 


Das ist aber eher allgemein gehalten. Denn, was bringt es mir in höherwertigen Klamottenläden, anstatt beim Modeschweden einzukaufen, wenn die Qualität ähnlich, nur die Gewinnmarge höher und das Einkaufsfeeling angenehmer ist. Die Kleidung reist an ähnlichen Stellen. Und zwar nicht die Naht, sodass ich es auch nicht mehr reparieren möchte. Schuhe, Kleidung. Alles nach einem Jahr abgelaufen, abgetragen. Von dem Kleidungsladen mit den großen braunen Papiertüten möchte ich überhaupt nicht sprechen. Das hält ja nicht mal ein Jahr. Und wenn man einmal gesehen hat, wie sich die Menschen auf die Regale stürzen. Man könnte glauben, es würden schlechte Zeiten kommen. Das bedeutet nicht, dass ich es als schlimm beurteile, dass Menschen in diese Läden rennen, aber braucht man wirklich jeden Monat so viel Neues? Würden wir uns alle etwas zügeln, wäre viel geholfen. Und ich zügel mich dadurch, dass meine Größe nach der Schwangerschaft etwas anstieg und ich dadurch einkaufen hasse. Weil mir nie etwas optimal passte. Selbstnähen ist mein Credo und dabei Bio, weil es die drei Euro wert sind. Alleine wegen der Qualität des Stoffes.



Kurzer Diskurs: Das Gleiche gilt meiner Meinung nach auch beim Fleisch essen. Und ich liebe Fleisch. Ich liebe es im Sommer mit der Familie oder Freunden ein saftiges Steak zu grillen und dies zu feiern. Aber, ich und eine Freundin haben bemerkt wir essen zu viel Fleisch. Es ist ja auch die Wurst, und Weiteres. Meine Freundin hat beschlossen, ganz aufzuhören. Sie meinte, vielleicht nicht für immer. Aber bei ihr geht nur ganz oder gar nicht. In unserer Familie haben wir es einfach reduziert. Ich esse auch mal Vegane Wurst, was alle dämlich finden. Ich bin aber nicht auf die Vegane Wurst gekommen weil ich den Geschmack nicht mag. Wie gesagt, ich liebe ihn. Trotzdem haben wir das Gefühl reicht zweimal die Woche richtig Fleisch essen aus. Atilla Hildmann meint in der Einleitung seines Buches: "Es geht nicht darum 100% vegan zu essen, sondern einfach darum, einen Anfang zu machen. Man mag vielleicht meinen, dass man damit nichts bewirkt. Das stimmt aber ganz und gar nicht (...)" (Hildmann: Vegan For Fun, S. 17). Das Gleiche gilt für mich auch für den Klamottenkauf bzw. die -herstellung (Zitat Lillesol & Pelle: Kleinvieh macht auch Mist!)


Als ich von der Aktion hörte, also von "This is Not okay", und auch vorher schon, machte ich mir Gedanken um gewerbliches Nähen. Insgeheim fragte ich mich aber, wer kauft ein Oberteil aus einem Stoff und wenigen Nähten für 15€ plus Arbeitszeit der Näherin? Freunde von mir meinten, das machen welche. Natürlich. Aber ein Kleid für 40€? Auch. Denn so viel teurer als "bessere" Marken im Verkauf ist das Selbstnähen auch nicht. Außer man rechnet eben die Zeit, die dafür benötigt wird, mit ein. Schätzungsweise drei Stunden sitze ich an einem etwas aufwändigeren Oberteil / Kleid. Also rechnen wir circa 25€ auf den oben genannten Preis drauf. Und wer kauft das?
An einem Shirt im normalen Verkauf gehen 25 ct an eine Näherin, an einem Fair Trade 45 ct. Klar, sie müssen vielleicht nicht die Teile zuschneiden, was bei mir am längsten braucht, aber es benötigt trotzdem mehr Zeit als 25 / 45 Cent. Als ich dies letztens las und auch in einem Gespräch mit einer angehenden Modedesignerin über die Textilindustrie sprach, meinte sie, sie möchte überhaupt nicht mehr in dieser arbeiten. Nicht nur, weil als Standardgröße die 36 gilt, sondern weil die Industrie nach noch billigeren Arbeitsverhältnissen sucht, Bangladesch den Rücken kehrt, da ihnen der dortige Mindestlohn von 75 Euro zu hoch scheint. Auf zu neuen Ufern. Afrika. 


Worüber machte ich mir noch Gedanken? Einen Aspekt möchte ich noch erwähnen. Kinderarbeit und gesundheitliche Folgen. Würdest du dies deinem Kind zumuten wollen?! Ich weiß noch, wie ich eine teure Markenjeans nach der Schwangerschaft in einem Outlet kaufte und nach mehrmaligem Waschen und Lufttrocknen der chemische Geruch immer noch an der Hose klaffte. Da registrierte ich, dass diese Jeans mit Giftstoffen bespickt war und schmiss sie eiskalt in den Müll. Sauer, weil ich sie auch noch gekürzt hatte. Ihr seht, es ist egal, welches Label dahinter steckt. 


Ich möchte nicht bekehren, war aber trotzdem froh, als ich von der Aktion hörte, kaufte Stoffe und Schnittmuster. Beschloss mir viel Zeit für die Kleidung und das Fotografieren zu nehmen. Denn nebenbei wartete die Zusammenfassung meines Studiums. Ich finde nur, man sollte sich auch dafür interessieren, wie man anderen Menschen mit dem eigenen Konsumverhalten schaden kann (wobei schaden das falsche Wort ist, denn trotz alledem sind die Näherinnen froh, dass sie arbeiten können). Und wie man vielleicht ein wenig für die Umwelt machen kann. Wenn man es wirtschaftlich betrachtet, arbeitet die Textilindustrie natürlich hervorragend. Wahrscheinlich könnte es noch mehr Einsparungen geben. Wenn man sich aber genauer mit der Materie beschäftigt, dann geht einem genau diese wirtschaftliche Härte sehr nah. This is not okay!




Dass ich keine Schuhe und keine Accessoires trage ist vielleicht auch schon aufgefallen. Aber bei der Aktion geht es wirklich darum, dass alles nur Fair Trade ist. Und ich mit meinen Mini Füßen finde sowieso nur ganz schwer Schuhe. Deshalb lasse ich sie weg, bevor ich mir einen Fehlkauf erlaube und sie dann wieder aussortieren muss. Ich bin keine Schuhsammlerin, habe immer ein Sommerpaar, Stiefel und Sportschuhe zuhause. Aber nur zwei schicke. Das zeigt, dass ich Schuhe kaufen wirklich abgrundtief hasse. Und Schmuck sieht man an mir auch äußerst selten. Seit der Geburt der Kleinen. Sie steht auf alles, was glitzert und baumelt und aus Angst um meine Ketten und meine Ohren habe ich ihn nur noch bei Festlichkeiten an. Geschminkt bin ich übrigens auch nicht - liegt aber eher daran, dass ich es nicht richtig kann. Ich benutze nur natürliche und vegane Kosmetik. Kam plötzlich so. Da ich nur Feuchtigkeitscreme und diesen Quatsch benutze, und kein Interesse habe mir Bausilikon oder anderes Gift auf die Haut zu schmieren, bleibe ich auch dabei. Denn auch hier gilt: "Kleinvieh macht auch Mist". Eine Creme kann ja unter dem vorgegebenen Richtwert für eine schädliche Substanz sein. Nimmt man zwei übersteigt es diesen.


Jetzt klinge ich doch wie ein Gutmensch. Okay, vielleicht bin ich es in manchen Aspekten. Ich gestehe, ich habe ein Abonnement der Ökotest um unserer Familie ein wenig Gutes zu tun und anderen damit auch. 

Herzlichst, eure Ephrata. 

Schnittmuster: Frau Fannie in Größe S von Schnittreif. Beinkleid in Größe 36 von Milchmonster
Stoff: Sweat Slanted Stripes in grau-schwarz von Käpynen und schwarzer Jersey von Lillestoff 

Wie immer noch ganz kurze Informationen zu der Kleidung. Das Beinkleid habe ich ja hier und hier und hier schon einmal genäht, und auch meine Mutter bekam eins geschenkt. In verschiedenen Längen und mit verschiedenen Aufpepp-Möglichkeiten ist es für mich der Leggingsschnitt überhaupt. Nach einem Mal nähen ist das Beinkleid dann auch innerhalb von 30 min fertig. Ich habe das Beinkleid, welches ich für meine Mutter genäht habe, ausgeliehen. Liebe Mama, du bekommst es dann nach der Prüfung!
Frau Fannie habe ich zum ersten Mal genäht, und ich war davor auch ziemlich aufgeregt. Mein allererstes Kleid! Ich wollte einfach, dass es mir steht und dass alles klappt. Wer will denn auf Fotos in nem Katalog herausstechen, als WorstCase- bzw. BadTaste-Blogger? Mit der Größe war ich mir wirklich unsicher. S oder M? S oder M?! Ich habe S gewählt. Schließlich ist Sweat dehnbar. Ich habe immer wieder daran gewerkelt. Zumindest ab dem Tag, an welchem mein Stoff ins Haus flatterte (da mal wieder kein Kärtchen im Briefkasten war, wo ich mein Paketchen finde, war ich fünf Tage im Verzug!) Jeden Tag ein Stück weiter. Um mich zu belohnen. Für den Lernstress. Und das ziemliche Nähverbot. Ich hoffe es ist mir gelungen. Ich habe kein Halsbündchen an das Kleid genäht, sondern einfach den Ausschnitt umgeschlagen und gesäumt. Mir gefällt das Ganze so wirklich ganz gut! Und auch S passt :)!

Neben der Linkparty von Mamimade, hüpfe ich auch noch schnell zu RUMS und grüße meinen Vater zum Geburtstag!

Donnerstag, 16. Juli 2015

Am Rockzipfel hängen. Ah Nein. Doch nur ein Top!


Gestern spät Nacht habe ich eifrig nach Inspiration für einen neuen Beitrag gesucht. Dank Griechenland und den Iran-Verhandlungen fiel es mir recht schwer und auch die Blogger- und SocialMedia-Landschaft wollte ich nicht mit einem weiteren Beitrag zum Bravothema belästigen, leider konnte diese mich auch nicht inspirieren. Da ich es aber nicht wirklich vorteilhaft finde, einen Beitrag ohne meinen Senf zu veröffentlichen war ich umso fröhlicher, als ich auf der Süddeutschen Zeitung einen Artikel über eine Initiative gefunden habe. Die Süddeutsche passt vielleicht auch ganz gut zu mir, zwar komme ich nicht aus Bayern und bin folglich keine CSU-Wählerin, aber wie man vielleicht schon bemerkt hat, bin ich doch noch etwas hinterwäldlerisch und finde Mama und Kind gehören zusammen. Gerne auch erst einmal 100% zuhause. Und das sage ich als Studentin der Feminismus-und-wir-sagen-alle-unsere-Meinung-Generation, die freiheitsliebend und gegen jegliche Unterdrückung / Diskriminierung hashtagt und aufschreit, sich dafür gerne auszieht oder eine Petition ins Leben ruft. Nein, wir sind nicht alle so, da dies natürlich populistisch und übertrieben dargestellt worden ist. Nicht, dass mich jemand falsch versteht. 


Also Mama und Kind gehören zusammen, meiner Meinung nach - zumindest am Anfang, bis die Kleinen sich selbst lösen beziehungsweise selbstständiger werden. Gerne natürlich auch Papa und Kind. Als ich den Bericht las, war ich ein wenig traurig, dass es diese Initiative des Eltern-Kind-Büros nicht auch für mich gab, ich hatte lediglich die Entscheidung zwischen Kita: ja oder nein und wenn ja, wie viele Stunden? Familiensharing kam für mich nicht in Frage, beziehungsweise schon, aber wenn ja mit welcher Familie? Deshalb gab es anfangs nur Krabbelgruppen und Sporttreffs und ab 18 Monaten eben doch die Kita, mit der minimalsten Stundenanzahl. In München haben sie das Projekt Rockzipfel ins Leben gerufen - ein Eltern-Kind-Büro: "Was aussieht, wie eine ganz normale Krabbelgruppe, ist mehr. Der Unterschied wird klar, wenn man ins Nebenzimmer geht. Dort stehen vier offene Laptops, zwei sind von arbeitenden Frauen besetzt, die sich von der Geräuschkulisse nicht stören lassen. Jeden Montag öffnet hier "Rockzipfel", das einzige offizielle Mutter-Kind-Büro der Stadt.

Ganz simpel also: zwei Räume, einmal: Kinder und Mütter, zweitens: Mütter, welche arbeiten. Essen wird von einer Mutter gekocht.



Was mich sehr angesprochen hat war der Erziehungsstil der Mütter - nein, nicht das Montessori-Spielprogramm, welches die Mütter jeden Tag für ihre Kinder planen - wenn man auch noch Programmpunkte plant, wie kommt man denn dann zur Arbeit frage ich mich? Sondern:

1. Dass die Mütter nicht unbedingt arbeiten müssen, sondern auch andere Dinge erledigen können (Nicht: Sich vom Treff verabschieden, da Verletzung der Aufsichtspflicht) und
2. Das ""Attachment Parenting" und "Continuum Concept". Bei beiden Erziehungskonzepten geht man davon aus, dass ein Kind ständig engen körperlichen Kontakt zu einem Elternteil oder einer anderen festen Bezugsperson braucht. Die Kinder werden nach Bedarf und so lange gestillt, bis das Kind selbst aufhört. Sie schlafen im Bett der Eltern, bis sie freiwillig ausziehen." (Ich wusste gar nicht, dass wir bisher auch diesen Erziehungsstil pflegten.) - dieser Erziehungsstil wird aber nicht als zwingend angefordert!

""Rockzipfel" ist trotzdem nicht für alle Eltern geeignet, erklärt Yvonne Berl: "Für Eltern, die pro Woche eine feste Stundenzahl arbeiten müssen, ist das nicht das richtige Konzept. Durchschnittlich kommen die Eltern auf zwei bis vier Stunden, in denen sie arbeiten können" Aber immerhin zwei bis vier Stunden. Ich hatte manchmal Tage an denen ich zu nichts kam, anfangs sogar mal fast fünf Monate am Stück. Und ich weiß noch genau, wie ich kurz vor meiner Prüfung stand und innerlich zerbrach, weil meine Kleine, ein wenig erkältet, Mamazeit wollte und mein Studium auch Zeit beanspruchte. Die, die ich anfangs nicht widmen konnte und sich am Ende stapelte. Geschafft hatte ich es trotzdem, aber danach war für mich klar, so geht das leider nicht weiter. Auch eine Mutter aus dem Rockzipfel "hat die Erfahrung gemacht, dass sie zu gar nichts kommt, wenn sie zu Hause arbeiten will, während ihr Kind wach ist." 


Für mich wäre diese Initiative geeignet gewesen. Obwohl sie nur zweimal die Woche ist. Für Kinder ist es sicherlich auch schön, wenn sie mit anderen Kindern spielen können. Sozialisierung würden das manche wohl nennen. Sozialisierung, die man anscheinend nur so erfährt. Bisher gibt es dieses Projekt übrigens nicht nur in München, sondern auch in anderen Großstädten wie Leipzig und München. Ich würde mir wünschen, dass es weitere engagierte Mütter / Väter gibt, welche dieses Projekt vorantreiben - obwohl es nicht für alle geeignet ist, denn nicht jeder kann die Arbeit aufs Home Office verlegen. Jetzt hole ich mir noch schnell einen weiteren Kaffee und mache Home Office, während die Kleine in der Kita ist (Schnief)...


Schnittmuster: Lady Topas in Größe S von Mialuna
Stoff: Steingrauer Jersey von Lillestoff

Heute zeige ich euch mal wieder eine Lady Topas, die ich mittlerweile recht schnell nähen kann. Am Anfang wusste ich gar nicht so recht, wie das alles funktionieren soll, aber langsam habe ich den Dreh raus. Dieses Mal also ganz schlicht. Heute ist ein absoluter Bad Hair Day, also kopflos. Ab damit zu RUMS.

Quelle: "Co-Working-Büro Rockzipfel - Mama arbeitet nebenan" von Christina Waechter auf Süddeutsche Zeitung.de, Zugriff am 16.07.2015 (Siehe hier!)


Freitag, 3. Juli 2015

Scheinbare Sicherheit.


Vorgestern war mal wieder ein Tag, an dem ich einen Beitrag (Siehe hier!) gelesen habe, der mich ein wenig wütend werden ließ über uns selbst. Einerseits Verständnis hervorrief, andererseits Ärger und Verständnislosigkeit. Und auch mein heutiger Gastbeitrag bei Sonea Sonnenschein, der mich sehr erfreut, aber auch ein wenig hibbelig macht, passt mal wieder zu diesem Thema - vielleicht dreht sich auch mein Blog ein wenig um dieses: PLANUNG!


Nun kurz zu dem Text, weil ich eigentlich gar nicht groß schreiben wollte, sondern mich selbst bei Sonea zu Wort kommen lassen (Wer hat den Lust so viel Text von mir bei dieser Hitze zu lesen?!):


Laut Carina Freys Text klagen immer mehr Eltern wegen sogenannter Geburtsfehler, beispielsweise Körperverletzung bei Kaiserschnitten, welche nicht geplant waren oder auch bleibenden Schäden aufgrund Sauerstoffmangel des Kindes bei der Geburt. Ja, einerseits habe ich Verständnis, ich möchte es auch haben. Eltern sind ängstlich, leicht verletzlich und haben diesen unbedingten Wunsch, ein gesundes kleines Wesen zu empfangen, auf welches sie sich monatelang vorbereitet haben. Ebenso auf eine Geburt, die einem genauen Plan verläuft - für was gibt es sonst die Gespräche, Listen und Formulare zuvor?

Andererseits: "Fehler passieren, auch in der Geburtshilfe. Wie viele es sind, kann niemand genau sagen. Es seien aber nicht mehr als in anderen medizinischen Fachbereichen, und sie hätten auch nicht zugenommen, sagen Hebammen, Ärzte, der Medizinische Dienst der Krankenkassen und die Versicherungswirtschaft. "Zugenommen hat die Bereitschaft, Schadensersatz zu fordern", sagt der Gynäkologe Dietrich Berg, der seit mehr als 20 Jahren Gutachten zum Arzthaftungsrecht erstellt." 

Ja, Fehler sind menschlich. Und selbst wenn, muss es immer einen Schuldigen geben? "Oft sind Klagen Ausdruck von Verzweiflung. "Eltern mit einem schwer kranken Kind suchen nach Gründen und Schuldigen", beobachtet Frank Louwen, Schriftführer der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Doch nicht immer kann man diese benennen"


Dass dies negative Folgen für die Geburtshilfe hat, zeigt sich in mehreren Punkten:
1. Die Haftpflichtprämien für Hebammen steigen und daraus folgt eine Hebammenarmut - auch der erwünschte Ort einer Geburt leidet unter dieser Armut (Hier kannst du zum Beispiel eine Petition unterschreiben!)
2. Es werden Untersuchungen in der Schwangerschaft veranlasst, welche oftmals weitere Untersuchungen veranlassen - Verunsicherung, Erfolg (-slosigkeit) kann dadurch auch folgen!
3. "Und viele Geburtshelfer agierten nur noch defensiv, beklagt Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes. "Zieht sich eine Geburt lange hin, wird aus Furcht vor Komplikationen eher ein Kaiserschnitt gemacht.""


Sicherheit, die man sich für Schwangerschaft, Geburt, und der Zeit danach, sowie allen anderen Bereichen des Lebens, erwünscht, gibt es nun mal nicht. Manchmal spielt einem das Leben eben einen Streich, manchmal auch zwei. Und diese Suche nach einem Schuldigen oder mehreren, macht leider auch nicht glücklich. Ich selbst durfte das am eigenen Leib erfahren. Nach unserer Totgeburt in der 32ten SSW habe ich mich auch gefragt: "wie konnte so etwas passieren? Konnte man dies nicht verhindern?!", aber nach ausführlichen Gesprächen und auch Selbstreflexion habe ich es annehmen können. Seitdem frage ich mich und auch andere, die mich darauf ansprechen: "Warum sollte es nicht einmal mich treffen? Warum denn immer die anderen". Man kann aus Schicksalsschlägen lernen und sie machen dich oftmals auch stärker. Wenn dich meine ganze Geschichte interessiert, schau doch bei Sonea nach - wenn du selbst Gespräche zu dem Thema suchst, kannst du mich gerne ansprechen!




Herzlichst, eure Ephi


Schnittmuster: Jerseykleid Lime Lemon in Größe 98 aus der Ottobre 01 / 2014 ohne Ärmel, dafür mit Belegen und Bändern (eine ähnliche Anleitung findest du bei Kluntjebunt, die Anleitung für das Kleid hier!)
Stoff: Fresh Fish und roter Jersey von Lillestoff (Gefunden hier!)





Quelle: "Rechtsstreit nach der Geburt: Arztfehler oder Schicksal?" von Carina Frey auf Spiegel Online (Siehe hier!). Zugriff am 02.07.2015

Ab damit zu Kiddikram, Meitlisache und Freutag



Dienstag, 30. Juni 2015

#SelfieWithDaughter


Eigentlich bin ich kein Hashtag-Fan. Ich mag dieses ständige "Aufschrei"- und" ich mach hier mit, damit ich dabei bin" - Gruppenzwang Gedöns nicht mit. Meist finde ich sie überflüssig, oder oberflächlich und erkenne darin keinen Sinn. 


Allerdings machte NTV gestern Werbung für den Hashtag #SelfieWithDaughter (Siehe hier!), welcher eine wirklich tiefe Botschaft in sich trägt. Eine Botschaft aus Indien mit dem Titel: Väter kämpfen für die Anerkennung und Aufwertung ihrer Töchter, und folglich Frauen allgemein. Denn in Indien werden "noch immer weibliche Embryos abgetrieben, Mädchen getötet.". Daraus folgt auch, dass in Indien vergleichsweise wenig Mädchen aus Jungs kommen (Verhältnis laut einer Volkszählung aus dem Jahr 2011: "Auf 1000 Jungs kamen demnach nur 914 Mädchen"). 

"Für die demografische Entwicklung Indiens ist das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen fatal. Es fehlen nicht nur Frauen als Partnerinnen für die Männer, sondern - und das bedingt sich natürlich gewissermaßen - vor allem Mütter für zukünftige Generationen."


Deshalb rief der indische Staatschef Narendra Modi mit dem Hashtag #SelfieWithDaughter, welcher Teil der Kampagne "Beti Bachao, Beti Padhao" (Rette die Tochter, lehre die Tochter)" dazu auf, Mädchen beziehungsweise Frauen in Indien von Anfang an besser zu (be-)schützen. Der Hashtag ist mittlerweile weltweit sehr beliebt, stolze Väter benutzen ihn um ihre Liebe zu ihren Töchtern zu zeigen. Ich habe gestern meinen Mann gebeten, für den heutigen Beitrag ein SelfieWithDaughter zu schießen und schicke euch heute zum CreaDienstag ein Foto vom Geschenk für meinen Mann. Zu seinem Geburtstag schicke ich dann Fotos mit "Model". 



Schnittmuster: Max von pattydoo in Größe L (Gefunden hier!)
Stoff: Jersey in Petrol und Geometrics von Lillestoff (Gefunden hier!)

Quelle: Indiens Hashtag-Premier wertet Frauen auf auf NTV.de (Siehe hier!) und die dazugehörige Bilderserie auf NTV.de (Siehe hier!) . Zugriff am 29.06.2015

Ab damit zum CreaDienstag!

Freitag, 26. Juni 2015

Ein Mehr an Generationen und das Glück noch Urgroßeltern zu haben


Letztes Wochenende waren wir bei meinen Großeltern. Draußen im Grünen. Wo man noch Vögel zwitschern hört und Grillen zirpen. 
 
Die Mini besitzt noch vier Uromas und zwei Uropas und wir genießen das richtig. Auch wenn sie mit den circa 70-75 Jahren nicht mehr die Fittesten sind, ist es für uns alle der reinste Zugewinn (mittlerweile sind ja eher die Omas und Opas von den Kleinen in dem Alter). 


Deshalb habe ich überlegt euch eine - nein zwei - neue Initiativen vorzustellen und dabei ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. Auf Spiegel Online las ich etwas von der Öffnung für neue Urlaubskonzepte (Siehe hier!) (Omas,  Eltern und Enkel), was ich ansich nicht schlecht finde, aber für uns war letztes Jahr der Wientrip mit vier Generationen leider nicht der erholsamste, deshalb weiß ich nicht, ob das wirklich eine Zukunft hat. 

Eine Zukunft hat aber sicherlich der Erhalt  und die Weiterentwicklung von Mehrgenerationenhäusern (Siehe hier!), welche Frau Schwesig unterstützt (Unterzeichnung der Rahmenbedingungen für den Erhalt von Mehrgenerationenhäusern vor etwa einem Monat). 

Manuela Schwesig: „Die Zukunft der Mehrgenerationenhäuser ist gesichert. Mir ist der Zusammenhalt zwischen den Generationen wichtig. Wir brauchen in unserer Gesellschaft ein Miteinander der Generationen statt ein beziehungsloses Nebeneinander. Mehrgenerationenhäuser sind Orte, an denen Gemeinschaften entstehen – zwischen Alt und Jung (...)"




Ich finde Mehrgenerationenhäuser sind eine wundervolle Idee; denn in Zeiten gestiegener und vorausgesetzter Mobilität, sollten wir uns doch manchmal auf das Wichtige konzentrieren. Meiner Meinung nach die Familie und auch die Erfahrung älterer Menschen. Auch wenn diese oftmals mit unseren postmodernen Ideologien im Widerspruch stehen. Ich weiß noch, wie ich mich im Wien-Urlaub oftmals über die Erziehungsmethoden meiner weiblichen Verwandten aufgeregt habe, weil sie nicht meinem Ideal von Freiheit und das-Kind-weiß-und-zeigt-was-es-will entsprachen. Mittlerweile sehe ich das gelassener. Die Mini kann selbst zwischen den Personen und ihren Methoden unterscheiden, erkennt, welche (Ur-) Oma autoritärer und welche nachsichtiger erzieht. Auch ich habe das schließlich als Kind lernen müssen und es hat nicht geschadet. Auch meine Meinung war in der Kindheit eine andere, als später. Klar genoss ich es als Kind total verwöhnt zu werden und alles zu bekommen, was ich wollte. Mittlerweile schätze ich auch den anderen - mir damals nicht so wohlgesonnenen - Erziehungsstil. Hat er mich doch mehr auf das Leben vorbereitet (ich spreche hier nicht von Gewalt, aber trotzdem einer klaren konsequenten Linie). 


Das Miteinander wofür die Familienministerin plädiert, findet wirklich immer seltener statt. Bei uns leider auch. 200km trennen uns von den Urgroßeltern, 30-50 von den Großeltern, welche berufstätig sind (Siehe vorhin die Altersangaben). Deshalb haben wir uns so etwas wie eine "Leihomi" geholt, die jede Woche mit Sophie einige Stündchen spielt und uns eine gute Freundin geworden ist. Uns wurde damals die Initiative Wellcome (Siehe hier!) empfohlen, welche für das erste Babyjahr eine Art Nachbarschaftshilfe darstellt. Die Initiative wird von oberster Stelle beschützt (Frau Dr. Merkel ist Schirmherrin) und von unterster Stelle ehrenamtlich getätigt. So hilft die Initiative jeder Familie, egal welchen sozialen Status sie innehat. Unsere "Leihomi" ist mittlerweile eine sehr gute Freundin der Familie geworden, auch nach dem ersten Jahr von der Kleinen hat sie beschlossen weiterhin einen halben Tag die Woche mit ihr zu verbringen. Einfach, weil die beiden ein Herz und eine Seele sind. 


Ich denke, in Zeiten höherer Anforderungen an die Familie (vor allem Mobilität und Flexibilität) sollten solche Projekte weiter ausgebaut werden. Ich kann mir auch gut vorstellen, später selbst eine "Leihomi" zu werden. Bis dahin genieße ich aber das Mamasein und die  Besuche, die wir den (Ur-) Großeltern abstatten können. Denn, wir durften am Wochenende wieder einmal sehen, wie viel Sophie durch die Stunden mit der älteren Generation lernen konnte. Und auch wie viel Freude die Kleinen den Großen schenken. 

Schwesig: "Hier zeigt sich, dass Gesellschaft zusammenhält. Ich freue mich, dass Bund und Länder dieses Erfolgsmodell langfristig gemeinsam unterstützen werden."

Ich freue mich auch. Herzlichst, eure Ephi 


Schnittmuster: Basic Hose von Ki-Ba-Doo in Größe 98 (Gefunden hier!)
Stoffe: Lightflowers Butterflies und weinrot-weises Bündchen von Lillestoff (Gefunden hier!)
Fotos: Meine Oma habe ich ein wenig versteckt, ich denke mit dem Internet möchte sie nicht viel zu tun haben ;)

Quellen: Gemeinsames Engagement von Bund und Ländern sichert Perspektive der Mehrgenerationenhäuser auf mehrgenerationenhaeuser.de. Zugriff am 24.06.2015 (Siehe hier!)
Angebote von wellcome - auf einen Blick von wellcome-online.de. Zugriff am 24.06.2015 (Siehe hier!)

Ab damit zu FREUTAG,  Kiddikram und Meitlisache

Donnerstag, 25. Juni 2015

Ein Platz für Kinder, Teil 2


Ich bringe heute einen zweiten Vorschlag, wie wir Eltern zeigen können, dass wir mehr Platz für Kinder schaffen sollten. Am Sonntag Abend, nach einem Kurztrip in die Hinterpfalz, ist mir eine e-Mail ins Postfach geflattert, die verwandt mit meinem Beitrag von letzter Woche (Siehe hier!) sein könnte.


Ich weiß natürlich nicht, ob ihr Freunde von Petitionen seid, ich halte sie teilweise für unnötig (je nach Thematik, wie zum Beispiel bei Markus Lanz), allerdings sind sie eine wichtige Komponente der Direkten Demokratie, die wir weiter ausbauen sollten in Deutschland. Meiner Meinung nach. Auch die Direkte Demokratie hat Nachteile, ich sehe sie aber als ausbaufähig und -nötig, da die Politikverdrossenheit voranschreitet und der Wähleranteil sinkt. Nur mal kurz dazu.


Weiter im Kontext. Die Petition (Siehe hier!) ist zwar auf Leipzig begrenzt und auch auf S-Bahnen, lässt sich meiner Meinung nach aber erweitern, wenn diese Erfolg hat. Katharina wünscht sich für ihren Sohn Johan und sich mehr Abstellfläche für Kinderwägen in den S-Bahnen des Leipziger Verkehrsbundes. Dabei bezieht sie auch Rollstuhlfahrer mit ein und drängt auf die Barrierefreiheit. Sie erklärt, warum sie oftmals Probleme beim S-Bahn-Fahren hat und zeigt gelungene Beispiele, wie in Bremen, auf (Siehe hier!).


Vielleicht habt ihr ja Lust Katharina und ihren Sohn zu unterstützen, in der Hoffnung, dass dies vielleicht bundesweite Wellen schlägt?

Herzlichst, eure Ephi


Schnittmuster: Lady Topas von Mialuna in Größe S (Gefunden hier!)
Stoffe: Frau Holle Dotties und dunkelroter Jersey von Lillestoff (Gefunden hier!)

Nächstes Mal kommen bei diesem Schnitt auf jeden Fall noch einige cm am Saum dazu, finde ich persönlich besser. Die Farbe ist nicht wirklich meins, aber ich wollte nicht gleich einen Stoff, den ich für mich bestimmt habe, verschneiden! ;) Ab damit zu RUMS!

Quelle: Change.org