Dienstag, 16. Juni 2015

Vom Genderwahnsinn und meiner Tochter, die Autos mag!

Am Freitag waren zwei liebe Freundinnen bei mir zu Besuch, beide kinderlos, beide aus meinem Abiturjahrgang, Studentinnen. Bei Pizza, später Kaffee und leckerem Sophie-wurde-vor-einem-halben-Jahr-1-Kuchen hatten wir anregende Gespräche und Diskussionen (wir kommen aus total unterschiedlichen Verhältnissen, haben unterschiedliche Lebensweisen).

Gegen Ende meinte eine der Mädels, dass sie Cousins bekommen hat, Zwillinge, und einen Strampler in einer Babygröße (geschätzt 56-62) für diese kaufen wollte. Allerdings fand sie dabei nur Hello Kitty rosa oder Polizistenblau. In einem gängigen Kleiderladen. Da sie das Geschlecht nicht wusste, wollte sie aber eine neutralere Farbe. Tja, hätten wir das gewusst, hätte auch ihr diese nähen können. Nächstes Mal dann, sie hat eine große Familie. 

Daraufhin fingen wir, wie schon einmal an dem Nachmittag, eine Genderdebatte an, die derzeit ja in aller Munde ist. Spätestens seit der Geschlechtsumwandlung von Bruce zu Caitlyn Jenner (Siehe hier!).
Als ich dann meinte, dass es vor 100 Jahren noch normal war, dass Jungs rosa angezogen waren und Mädels blau (Siehe hier!), waren sie sehr irritiert und verwundert und auch ich bin immer wieder fassungslos, weil man schon von klein auf in Rollen gedrängt wird. Vom Sex zum Gender. Dabei bin ich wahrlich kein Verteidiger dieser Bewegungen. 

Wie würde ich wohl reagieren, wenn mir die Mini plötzlich sagen würde, dass sie gerne ein Junge wäre? Wahrscheinlich ist es ähnlich wie bei einem Tod. Die vier Schritte der Bewältigung bzw die vier Trauerphasen (Siehe hier!). Bis ich es akzeptieren könnte. Ich würde die Kleine immer noch lieben. Hoffe ich. 

Und wahrscheinlich fände ich es bei der Mini nicht einmal so verwunderlich. Springt sie doch lieber wie Jungs herum, tobt wie diese und kannte erst Wörter wie "Ball" und "Auto". Auch heute spielt sie lieber mit ihren Autos als mit ihrer Puppe, der Puppenwagen wird eher als Transportmittel benutzt, anstatt "sinngemäß". Mittlerweile sagt sie auch "Puppe" und "(C)Lara". Aber der Hit ist sie immer noch nicht. 

Wir versuchen sie sehr neutral zu erziehen, also nicht in eine Richtung Gender zu drängen; das liegt aber auch daran, dass ich mit drei Brüdern aufgewachsen bin und es deshalb nicht anders kenne. Ich hatte auch keine Barbies, aber schon eine Puppe. Ich habe Räuber und Gendarm gespielt und im Fußball war ich auch nie die Schlechteste. Geschadet hat es mir nicht. Bei uns gibt es statt dem Duplo Cinderella Schloss eben einen geschlechtsneutralen Bauernhof. Neben Disney Frozen auch Cars und sie hat ein blaues Dreirad. Wir möchten, dass Sophie alles ausprobieren kann und unterstützen auch ihre Autoliebe. (Aber: dies liegt nicht an der Wahrung der Neutralität, sondern am Traum des kleinen Bruders und den damit verbundenen Kosten. Ich persönlich möchte nicht jeden Body neu kaufen müssen!)

Eltern Family 02 / 2015: "Auch unbewusst werden Unterschiede gemacht, viel früher, als es die Kinder tun (...). Kinder nehmen dagegen erst mit zwei, drei Jahren Geschlechterunterschiede bewusst wahr. Dann wissen sie auch, dass festgelegt wird, ob man ein Mädchen oder ein Junge ist." oder aber auch "Mädchen haben mehr Freiheiten." - da haben wir etwas Glück gehabt. ;)









Schnittmuster: Trotzkopf von Schnabelina in Größe 98 (Gefunden hier!) - ein Freebook
Stoff: Pink Race von Lillestoff, lila Sommerjersey von Lillestoff und grünes raues Bündchen aus dem Nähladen meines Vertrauens
Faden: Gütermann col. No.0256
 
Quelle: Große Mädchen - kleine Jungs von Xenia Frenkel in Eltern family 02 / 2015

Dieser Beitrag wird verlinkt bei CreaDienstag, Meitlisache und KiddiKram! Heute Mittag folgen weitere Bilder.

Kommentare:

  1. Liebe Ephrata,
    wunderschön geworden dein Trotzkopf.

    Ganz liebe Grüße
    Jenny

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  2. Dankeschön! Ich werde ihn bestimmt noch öfters nähen, so schnell wie das ging.

    Liebe Grüße.
    Ephrata

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