Freitag, 10. Juli 2015

Männerpolitik. Von Familienoberhäuptern und -zusammenhaltern.


Ich weiß, es klingt sehr klischeehaft wenn eine Frau über Männer schreibt und diese verteidigen möchte bzw. stärken. Allerdings finde ich, dass Männer derzeit etwas zu kurz kommen. Was heißt zu kurz, auch das klingt doof. Ich habe nur den Eindruck, dass immer nur wir Frauen gefördert werden sollen (was auch gut ist).
So gibt es eine Ministerin für Frauenpolitik, aber nicht für Männer. Es geht um die Angleichung des Lohnes,  die Stärkung von Alleinerziehenden, den beruflichen Wiedereinstieg von Frauen. Wo bleiben die Männer?! 

Sehr interessant fand ich die Sendung "37 Grad" und auch kurz darauf Markus Lanz, in welchen es um die Stärkung der Männer nach der Scheidung ging. Mein Mann wunderte sich darüber, dass ich dies schauen wollte. Eigentlich echauffierte er sich sogar. Ich meinte daraufhin zu ihm: 

1. Sind wir nicht verheiratet.
2. Möchte ich mich nicht von dir trennen.
3. Ich studiere Politik.
4. Mein Blog soll diese Thematik beinhalten. Familienpolitik. 

Und zur Familie gehören auch die Väter. Und auch diesen wurde seit der letzten Wahl einiges zugestanden, wie Elternzeit, Teilzeitmodelle, etc. Aber trotzdem ist dies meiner Meinung nach nicht genug. Denn, wenn es am Ende wirklich ans Eingemachte geht, dürfen Männer zahlen, aber die Kinder oft nicht sehen. Schade ist dies deshalb, weil Männer unglaublich wichtig für die Entwicklung der Kinder sind. 

Um der Kleinen näher zu bringen, dass ihr Papa einmalig ist, und sie eben nur diesen einen Papa hat und auch mal nur mit ihm klar kommen muss - sie ist ein ausgesprochenes Mamakind - bekam sie zum Vatertag das Buch "der liebste Papa der Welt". Ich finde, wir sollten auch mal wieder an die Väter denken, wenn es um Familie geht, und auch diese stärken. Familie ist ein Geben und Nehmen, ein gleichberechtigtes Miteinander und Nebeneinander. 

Ich werde sicherlich noch öfters dazu meine Meinung artikulieren, auch, wenn es um Meilensteine in der Politik geht. Ich wollte nur kurz darauf aufmerksam machen, dass mein Blog nicht nur an Frauen gerichtet ist, nicht nur an (angehende) Mütter, sondern eben auch an Väter. Es geht um Familie und um die Stärkung dieser in allen Aspekten. 


Auch wir stehen derzeit wieder vor neuen Fragen und teilweise auch Bergen, wenn es um die Gerechtigkeit zwischen uns als Partnern geht, und die Zukunft. Mein Mann hat die letzte Zeit gute Angebote dargelegt bekommen (Master und einen kleinen Nebenbei-Job, der ihm beruflich sehr nutzen wird), auch ich wurde für eine Tätigkeit angefragt, die ich gerne wahrnehmen würde. Nebenbei steht die Frage nach dem nächsten Kind im Raum. Wer steckt zurück? Und inwieweit geht man auf den anderen zu? Was ist auf lange Sicht am Besten?  Was gegenwärtig? Wir sind uns da nicht immer einig. Aber irgendwie gleicht sich das alles immer aus.

Meist bin ich es, die sich auf Rücksicht auf die Familie und das Wohl aller, ein wenig zurücknimmt, weil ich glaube, das ich mich auch anders verwirklichen und trotzdem Glück finden kann. Denn ich bin der Meinung, auch wenn der Mann das Familienoberhaupt darstellt, ist es die Frau, die sie zusammenhält. 


"Der Papa in Vollzeit, die Mama in Teilzeit oder ganz raus aus dem Beruf - das ist Standard in den meisten deutschen Familien." - das ist das Ergebnis der "Studie "Weichenstellungen für die Aufgabenteilung in Familie und Beruf" vom Institut für Demoskopie Allensbach." Auch wir gehören zu der konservativen Gruppe, wie es in dem Artikel heißt. Vollzeit / Teilzeit. Wobei man dies bei Studenten vielleicht nicht ganz so werten kann, 20 beziehungsweise 40 Wochenstunden werden dort als Norm betrachtet, oftmals hat man mehr, oftmals weniger, flexibel eben. "Der Wunsch der Mutter, beim Kind zu bleiben, hat laut Studie maßgeblichen Einfluss auf die Entscheidung, wer zuhause bleibt oder reduziert arbeitet.", aber wenn "Väter "die Karrieremöglichkeiten der Mütter bei der Aufteilung besonders wichtig fanden, sind nach der Elternzeit beim ersten Kind 41 Prozent der Paare in Konstellationen mit Vollzeitarbeit des Vaters und längerer Teilzeit oder Vollzeit der Mutter berufstätig". Bedeutet für mich: die Familie entscheidet nach dem Gesamtwohl.

Im Netz, beziehungsweise im User-Forum, löste die Präsentation der Studie einen kleinen #Shitstorm aus, wie man dies so schön nennt. Viele Nutzer ärgerten sich über:

1. Die Bezeichnung konservativ, welche mittlerweile eher pejorativ besetzt wird ("veraltet"), wenn doch 41 % der Familien dieses Modell pflegen.
2. Die Feministinnen, welche es nicht sehen wollen, dass Frauen ihre Kinder auch gerne erziehen. Ebenso wie Männer es gerne würden.
3. Die Medien, welche Feminismus unterstützen und diesen große Präsenz einräumen.
4. Die Frauen, welche es den Männern nicht ermöglichen, dass sie weniger Stunden arbeiten, aber dafür Zeit mit den Kindern haben. Die Frauen, welche es sich in ihrer Teilzeitnische gemütlich machen, und sich später selbst verwirklichen, obwohl die Kinder aus dem Haus sind.
5. Die Männer, welche den Frauen keine Möglichkeit geben, damit diese beruflich wieder einsteigen können.

Dass wir vielleicht alle an einem Strang ziehen sollten und jedes Modell tolerieren und unterstützen bleibt gänzlich ungesagt. Leider.

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 6 

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.

Ist unser Grundgesetz also auch konservativ?!


Happy birthday, Schatz!
Herzlichst, eure Ephi

Stoff: Jersey in Petrol von Lillestoff
Schnittmuster: Max von Pattydoo

Quelle: Allensbach-Studie: Deutsche Eltern halten's konservativ von Anna Reimann auf Spiegel Online, Zugriff am 10.07.2015 (Siehe hier!)
 
Es ist FREUTAG! So wie auch gestern ein Tag zum Freuen war, Geburtstag inklusive der Familie (leider nicht alle) und den lieben Menschen an einem Tisch.

Donnerstag, 9. Juli 2015

Mein Körper, die Baustelle. Mein Kopf, die Baustelle. / Blogparade "Mein Körper und ich"

FeeistmeinName hat diese Woche eine Blogparade gestartet zum Thema "Mein Körper und ich" und da möchte ich mich doch gleich beteiligen - vielleicht auch eine Art Selbsthilfe.

"Vermutlich können die wenigsten von Euch sich vorstellen, wie genau meine Dellen, Beulen und Flecken aussehen. Und so weit, dass ich davon auch noch Fotos mache und sie ins Internet stelle, bin ich dann vielleicht in ein paar Jahren. Bei dem Strandfoto oben kann man es erahnen, wenn man es weiß. Eigentlich geht es ja aber auch nicht darum, wie es aussieht, sondern nur, wie ich mich damit fühle. Und ich denke, das können viele von Euch nachvollziehen. Sei es aufgrund von Unsicherheiten bezüglich Größe, Gewicht oder Körperform. Sei es aufgrund von Cellulite, Narben, Schwangerschaftsstreifen, whatever. Und vielleicht möchten ja einige von Euch ebenfalls davon erzählen. Vielleicht hattet Ihr mal Probleme mit Eurem Körper, habt sie aber überwunden und möchtet das teilen. Vielleicht wollt Ihr es diesen Sommer angehen, so wie ich. Möglicherweise ist Eure Geschichte aber auch eine ganz andere..."

Wie meine Geschichte und meine Haltung zu meinem Körper ist möchte ich jetzt erzählen. Ich habe es schon einmal in einem Post angedeutet, dass ich seit meinen Schwangerschaften wahnsinnige Probleme damit habe, seitdem auch nur noch lange Sachen trage (auch im Sommer: Jumpsuit und Maxi Kleid) und viele andere Frauen um ihre Körper beneide. Ich möchte es dabei kurz halten.


Vor meinen Schwangerschaften (also bis 2012) schien es immer als wäre ich super selbstbewusst, zumindest sagten mir das viele, und auch heute meinen Menschen, dass ich hübsch bin und eine Ausstrahlung habe, aber innerlich fühle ich mich klein und manchmal auch wirklich hässlich. Ich mache einen vorher-nachher-Vergleich.

Vorher: ich war 1,57 Meter groß, hatte dunkle Haare (mal kurz - mal lang), war im März schon am Sonnenbaden und dementsprechend gebräunt im Sommer, hatte im Sommer kurze Sachen an, gerne auch den Bikini, wog circa 45-48 Kilo (Je nachdem), trug Größe XS (passte immer, ich konnte es mir von der Stange krallen und daheim anziehen), Schuhgröße 36-37, hatte keine wirklichen körperlichen Probleme (Belastungsasthma beim 10-Min-Lauf, okay)


Nachher: ich bin immer noch 1,57 Meter groß bzw. klein, habe viele dunkle Haare (derzeit schulterlang, sie sollen länger werden), bräune mich nicht mehr, sondern creme mich mit Sonnencreme 30 ein (aus Angst vor Hautkrebs) - habe trotzdem viele Sommersprossen - ziehe lange Sachen an, keinen Badeanzug, keinen Bikini, wiege circa 54 Kilo, trage Größe 34-38 (es passt fast nie!) und bekomme deshalb auch oft kleine Wutattacken im Laden, habe körperliche Probleme (Rückenschmerzen, Kreislauf, viiiiele Leberflecken, die mir Angst vor Hautkrebs machen). Des Weiteren, und das ist es, was mein Selbstbewusstsein so strapaziert: Cellulite, die man mit Sport in den Griff bekommt, Schwangerschaftsstreifen (Bauch, Beine, Po) und zwar nicht wenige, und überall 10 cm Körperumfang mehr.


Meinem Mann macht dies nichts aus, mich belastet es sehr. So sehr, dass ich oft über Lasern nachdenke, möchte ich doch mit meiner Kleinen wieder ins Freibad. Wenn man in Internetforen liest, dass den meisten Frauen dies nichts ausmacht (schließlich haben sie Mann und ein Kind), dann denke ich, und wo ist mein Selbstbewusstsein? Ich bin 22 Jahre alt, ich muss mich auf Dauer mit meinem Körper anfreunden und schaffe es nicht mehr. Eine Baustelle ist eher mein Kopf, der dies nicht kann.

Das liegt aber an einem Vorfall in der Schwangerschaft, welcher mich ein wenig "traumatisiert" hat. Kurzes Kleid an, Hochsommer, und ich bekomme von einer mir nahestehenden Frau zu hören, so kannst du nicht rumlaufen. Hast du schon einmal deine Beine gesehen. Nein, ich wusste nicht, welches Ausmaß meine Streifen genommen hatten, ich habe keine Augen im Hinterkopf. An dem Tag bin ich aus dem Badezimmer nicht mehr rausgekommen. Die Frau, mit der mittlerweile alles wieder im Lot ist, sie meinte es ja nicht böse, war einfach nur geschockt, obwohl sie selbst unter Cellulite und Streifen leidet. Geschockt ist vielleicht falsch, eher überrascht.

Und auch wenn ich nach der Geburt acht Kilo abgenommen habe, durch Sport hauptsächlich, bleiben da die Streifen, die Dellen und auch der Rettungsring, den man auch angezogen sieht. Obwohl ich Größe 34 / 36 trage habe auch ich nicht wenige Problemstellen.

Trotzdem habe ich beschlossen, einen Bikini oder Badeanzug zu kaufen, je nachdem wie es aussieht. Das kommt auf meine Laune an, schließlich hat es hier die letzte Zeit an die 40 Grad gehabt. Ins Freibad gehe ich damit nicht - das liegt daran, dass da oft Menschen sind, die nur wegen dem Äußerlichen hingehen und Körper auf einer Skala von 1-10 bewerten. Ich werde damit erst einmal an einen Fluss fahren, einen ruhigen Ort, und dann an den Baggersee, und dann... mal schauen. In der Natur Kraft tanken, weil es ja auch natürlich ist, dass der Körper ein Verfallsdatum hat... Weil es natürlich ist, nach einer Schwangerschaft nicht mehr so auszusehen, wie zuvor.

Wisst ihr noch...


Es ist noch gar nicht lange her, genauer gesagt, eine Woche, da habe ich euch die Vorteile junger Elternschaft aufgetischt. Und auch am Wochenende wurde ich beim Seminar von einem angehenden Politikwissenschaftler gefragt, warum ich eigentlich so früh Mutter wurde, was meine Beweggründe waren. Ich habe euch einige Argumente, welche meiner Meinung nach dafür sprechen, aufgezählt.
Und dann las ich am Dienstag auf Focus Online, dass das Max-Planck-Institut meine These nicht stützt, dass in Industrienationen "Eltern über 34 zufriedener sind als jüngere" und dass die von mir gesehenen Vorteile eher als Nachteil gewertet werden können. Okay, ich sagte am Ende auch, dass man meine Argumente auch ins Gegenteil umkehren kann. Aber ich dachte nicht, dass ich unglücklicher bin als Eltern, welche in höherem Alter Kinder bekommen haben. 


Warum nimmt die Zufriedenheit laut Max-Planck-Institut mit dem Alter zu? Focus Online liest aus der Studie einige Argumente heraus. 

1. Individuelle Werte
2. Unvereinbarkeit von Beruf und Familie
3. Beobachtung anderer Eltern / Familie, welche im "Alter" zufriedener wirken als junge Eltern. 


Die Forscher fanden auch heraus, dass das dritte Kind keinen "Glücksschub" mehr bietet, beim ersten und zweiten Kind sind Eltern glücklich (Vorfreude und auch die Freude mit Kind), beim dritten ist dies nicht mehr spürbar. 


Puuuh, was halte ich davon? Ich musste schlucken. Bin ich die einzige, die in der unzufriedensten Gruppe glücklich mit dem Muttersein bin? Dieses Gefühl hatte ich nicht. Natürlich habe ich keine finanzielle Sicherheit, wie Eltern, welche mitten im Leben stehen. Letzte Woche habe ich betont, dass man die Sicherheit nie hat. Außerdem nehmen die postmateriellen Werte in unserer Gesellschaft immer mehr zu. Werte wie Freiheit, Individualität, Selbstbestimmtheit. Ich denke, da gibt es genug "Jüngere", welche andere Werte als nur die Sicherheit schätzen. Außerdem sind wir, in den Industrienationen, immer noch abgesichert, egal, ob wir einen Beruf ausüben oder nicht, ob wir krank sind. Ich glaube nicht wirklich, dass es am Faktor Sicherheit liegt, dass Eltern immer später Eltern werden. Ja vielleicht ist man zufriedener, weil man nicht jeden Cent zweimal umdrehen muss, aber in unserem Land haben wir eigentlich eine große Bandbreite an Unterstützung, wenn man eine Familie gründet. Elterngeld, Kindergeld, Erstausstattung. Alles in Allem sind es mehr als 200 Angebote. 


Individuelle Werte veränderten sich nach dem Wiederaufbau Deutschlands. Vor allem seit der Hippie-Zeit und dem aufkommenden Feminismus nahmen Selbstbestimmtheit, Individualität, Freiheit, etc zu. Das klassische Rollenbild verfällt. Männer erwarten, dass Frauen ihre eigenen Brötchen backen. Männer beteiligen sich am Haushalt, in der Erziehung. Aber insgesamt macht doch jede Familie mit sich selbst aus, wie sie leben möchte. Das Problem ist meiner Meinung nach eher, dass egal, wie man es macht, verurteilt wird. Als junge Familie noch einmal mehr: "Leben auf Kosten des Staates, aus denen wird nix (die bekommt niemals einen Beruf mit Kindern), haben doch Besseres zu tun als ein oder mehrere Kind/er großzuziehen, verpassen eigene Jugend, werden es bereuen." Standardaussagen, die Eltern verunsichern und auch manchmal das Gefühl aufkommen lassen, ob wirklich richtig ist, was man da macht. Man steht eben doch nicht mitten im Leben und trägt auch noch ein wenig jugendliche Komplexe mit sich. Verunsicherung pur. Aber das kann sich legen durch Zuspruch. Deshalb bitte ich auch alle Eltern und Nicht-Eltern nicht ständig in die Erziehung / das Leben anderer zu sprechen. Wie vor einiger Zeit schon beschrieben, haben Eltern eine Grundintuition


Die Beobachtung, dass ältere Eltern oftmals zufriedener sind, kann ich nicht 100% bestätigen. Ich sehe viele Helikoptereltern, welche eher aus der  oberen Altersklasse stammen, welche das Leben der Kleinen oftmals durchtakten, sie optimal auf das Leben vorbereiten möchten. Das aber vieles durch eigenes Ausprobieren erlernt wird, durch Nachahmung und Erfahrung verstehen diese oft nicht. Sobald das Kind nicht nach Plan läuft wird es schon schwieriger -  für Alle.

Auch Müdigkeit durch Schlaflosigmangel und andere gesundheitliche "Probleme" nehmen im Alter zu. Und macht dies nicht auch unzufrieden? 

Und wie ich schon vor einer Woche schrieb, finde ich, dass eben nicht nur die Unzufriedenheit mit dem dritten Kind abnimmt, man bekommt auch kein drittes, teilweise auch zweites Kind mehr, weil man biologisch nicht mehr in der Lage dazu ist. 

Die Unvereinbarkeit von Familie und Beruf umfasst denke ich alle Altersklassen. Ältere haben es teilweise noch schwerer, mit knapp 40 wieder in den Beruf einzusteigen, sind manchmal auch unflexibler und bleiben oftmals auch länger dadurch zuhause. 

Ich glaube Glück mit dem Elternsein lässt sich allgemein nicht "bewerten". Glück ist so individuell, jeder empfindet Glück und Zufriedenheit anders. Mich macht es, als junge 22jährige Mutter glücklich und zufrieden, mein Kind aufwachsen zu sehen. Ich möchte mehr Kinder, obwohl ich weiß, dass es nicht einfacher wird. Ich bin flexibel und offen, was meine Berufung angeht und verschließe mich keiner und dieses ausgesprochene Gefühl nach Sicherheit verspüre ich nicht. Vielleicht, weil man hier recht sicher aufwächst und nicht in ständiger Angst, was morgen wird. Ich denke das Problem der kleinen Familien liegt in der Umwelt in welcher wir aufwachsen, gestiegene Mobilität, das Gefühl immer mehr und besser sein zu wollen, der Selbstverwirklichung und teilweise auch der Aufgabe von Rollenbildern, dass ein Einkommen oft nicht mehr ausreicht, dass Mütter nicht mehr geschätzt werden (Heimchen am Herd, Glucke) und auch Väter an ihre Grenzen gelangen (neben einem Job mit Überstunden, bitte noch Familie, Fitness und die Verfügbarkeit immer überall gleichzeitig sein zu müssen), an dem Minimalausbau von Kitas. Wir haben viele Baustellen in unserer Familienpolitik, aber wenn jeder schon ein wenig an sich selbst arbeitet und vielleicht offener für alle Familienmodelle wäre, würde das schon helfen. Meiner Meinung nach. 

Herzlichst, eure Ephi 


Mein Jumpsuit ist ein wenig zusammengebastelt. Ich habe bei Caro von The Blogbook einen wundervollen entdeckt und habe daraufhin - als ausgesprochene Liebhaberin von langen Teilen, wie Maxikleidern oder eben auch Jumpsuits - beschlossen, dass ich mir noch diesen Sommer einen nähen werde. Mit Mamas vererbter Overlock, die auch noch gleich einen bordeauxnen Faden eingefädelt hatte, aber ziemlich verstaubt war nach jahrelanger Nutzung, ging das los. Und zwar ratz fatz. Das Tube Top habe ich nach einer Anleitung von Frau Liebstes genäht, das Top ist ein Schnittmuster von Pattydoo. Eigentlich wollte ich noch ein Gummiband einziehen bei der Hose, aber das obere Gummiband hält den Jumpsuit so sehr an Ort und Stelle. Das Blöde ist nur, dass ich eigentlich das Top noch kürzen hätte müssen, oder eher die Hose. Jetzt ist es ein klein wenig ein Gefummel. Und leider war die Fadenspannung bei der Overlock auch noch nicht auf Jersey angepasst. Hinterher ist man immer schlauer. Es werden weitere folgen. Da bin ich sicher.



Das T-Shirt ist ein Kimono Tee von Maria Denmark (Freebook), welches ich in Größe M genäht habe. Ratzfatz ging das! Und ich liebe es.

Stoff: Flowers 'n dots und Kombi von Lillestoff / Tree Kombi und lila Sommerjersey (Gefunden hier!)
Schnittmuster: Basic Hose von Kibadoo in Größe S und Top Liv von Pattydoo, in Größe 36 (aber zweimal Nahtzugabe weg, weil es einfach nicht passen wollte -  laut Angaben hätte ich sogar Größe 38 nähen sollen), abgewandelt zum Tube Top. Kimono Tee in Größe M von Maria Denmark

Quelle: "Neue Studie: Familiengründung macht erst ab 34 richtig glücklich" auf Focus Online (Siehe hier!) auch gefunden auf NTV.de, Zugriff am 07.07.2015

Ab damit zu Rums und zur Linkparty von Seemannsgarn

Dienstag, 7. Juli 2015

Die Ruhe vor dem Sturm





Heute Abend wird es krachen und zwar gewaltig, laut Wetterdienst. Deshalb haben wir uns einen Ruheort für diese Zeit gebastelt, ein Zelt im Haus. Als Schutz.



An diesem Wochenende waren ein guter Freund und ich kreativ und haben die Zeltanleitung von vertbaudet nachgearbeitet, allerdings war mir gleich klar, ich schmeiße da nicht einfach zwei Bettbezüge drüber, ich nähe selbst. Dafür habe ich den Loveboat Stoff von cherry picking bestellt, ganze vier Meter. Wie ich das Zelt genau beziehen werde (ich habe da so einen Plan), werde ich euch bei Interesse in einer kleinen Anleitung zur Verfügung stellen. Bisher schmückt eine kunterbunte Wimpelkette das Zelt, bei genauer Betrachtung beißt sich diese aber mit der Plane. Wie man eine Wimpelkette näht, könnt ihr hier! sehen. Kinderleicht! Eigentlich dachte ich, das Zelt wird viel kleiner - ungefähr die Größe des Miniteppichs, der darunter liegt. Also werde ich wohl im Laufe der Zeit noch eine Decke und passende Kissen für das Zelt nähen. Ärgerlich.


Mein Mann meinte die letzten Tage, als das Zelt noch "nackt" - also ohne Plane - da stand, ob es nicht eher etwas für die Frau Mama sei. Und ich muss gestehen: vielleicht. Denn bei uns herrscht gerade auch ein ständiges Ruhe vor dem nächsten Sturm. Laut den Erzieherinnen unserer Kleinen hatte die Mini heute Morgen auch einige Trotzkopfanfälle. Und ja, sie ist momentan etwas empfindlich, das kommt oft ganz plötzlich aus heiterem Himmel, wie ein Gewitter. Vielleicht suche also auch ich mir manchmal Schutz!


Ab damit zu CreaDienstag und Kiddikram



Als Dankeschön an den Baumeister gab es einen Selfmade-Eiskaffee. Ist zwar nur ein kleines Danke...!

Montag, 6. Juli 2015

Das Leben mit dem Besonderen.

Als Katharina von Sonea Sonnenschein mir freitags, kurz nach null Uhr schrieb, dass sie meinen Beitrag veröffentlicht hatte, schaute ich gerade, neben dem Vorbereiten einer Wimpelkette, Markus Lanz. Ich schaute es sogar bis zum Ende, denn da erschien die Geschichte von Pflegeeltern, welche den kleinen Tim mit Down Syndrom nun schon 18 Jahre begleitet haben (Mehr dazu hier!). Dies hat sich mit dem Abendprogramm zusammengefügt, denn wie viele von euch sicherlich schon wissen, hat Sonea, die kleine Tochter von Katharina auch das Down Syndrom. Deshalb fragte ich sie freitags an, ob ich ihr im Gegenzug zu meinem Beitrag eventuell auch einige Fragen stellen dürfte und sie sagte kurzerhand zu.


1. Im Untertitel von Markus Lanz stand, dass 8 von 10 Frauen, welche ein Kind mit Down Syndrom erwarten, abtreiben. Wie hast du dich auf Sonea vorbereitet und davon erfahren, dass sie auch Down Syndrom hat?

Vorbereiten konnte ich mich nicht, denn es hat ich einen Tag der Soneas Geburt eiskalt erwischt und mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Aber nur kurzzeitig.
Ich bin sehr dankbar dafür, dass die Auffälligkeiten in der Schwangerschaft (da war ein Softmarker bei der Feindiagnostik) nicht ausreichten, um einen Verdacht auf das Down-Syndrom zu erhärten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Ärztin in der 29. SSW noch einmal einen genaueren Verdacht hatte (sie war irgendwie ruhiger bei der Untersuchung und sehr ernst, das machte mich unruhig und hinterließ ein besorgtes, nervöses Gefühl in mir), aber ich bin wirklich sehr froh, dass sie nichts gesagt hat. Ich war alleine bei dieser Untersuchung, bekam eine CD mit ganz vielen kurzen 3D-Videos mit und es hätte auch nichts geändert, außer dass die Vorfreude gewichen wäre und statt dessen Angst und Traurigkeit geblieben wäre. 
Nach Soneas Geburt war ich dann auch sehr traurig. Ich trauerte um das Kind, von dem ich wochenlang geträumt habe, als ich es noch unter meinem Herzen trug. Zukunftsvisionen verpufften, wie graue Wölkchen. 

In der Anfangszeit halfen uns vor allem die wunderbaren Fotobücher von Conny Wenk und ein Internetformum zum Down-Syndrom und dann der Kontakt zu anderen Familien. 

Die Ängste und Sorgen legten sich und auch die Trauer wich. Wir waren glücklich mit unserem Kind, sind es auch heute noch. Natürlich ist mein Kind ein bisschen anders und trotzdem ist sie so, wie ich sie mir immer vorgestellt habe - voller Leben, ein großes Herz, eben ein richtiger Sonnenschein.


2. Tims Eltern betonten immer wieder, dass er ein Kämpfer sei, schon von Anfang an, schließlich habe er neun Stunden - ohne Versorgung nach einer Abtreibung zu einem kritischen Zeitpunkt -  überlebt. Würdest du Sonea auch als Kämpferin bezeichnen?

Sonea ist durch und durch eine Kämpferin, wie die Romanfigur, nach der wir unser Kind damals benannt haben. Sie ist unglaublich willensstark und ein absoluter Mittelpunktsmensch. Ich hoffe, sie behält sich diese Stärke für immer. 

Gesundheitlich musste sie zum Glück noch nie ernsthaft kämpfen. Sonea hat weder einen Herzfehler, noch sonstige organische Beeinträchtigungen. 


3. Wie stehst du allgemein zu Abtreibungen?

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich mit erhobenen Zeigefinger hinstellen und über Menschen urteilen, die ein Kind abtreiben, egal in welcher Woche. Glücklicher Weise war ich nie in der Situation eine solche Entscheidung treffen zu müssen, also bin ich auch gar nicht berechtigt mir ein Urteil zu bilden. Wenn mich heute jemand fragt wie ich mich entschieden hätte, wenn ich in der Schwangerschaft von Sonea oder auch von Vincent erfahren hätte, dass sie oder er behindert sei, sage ich immer ganz klar, dass ich diese Frage nicht beantworten kann, da ich eben nie in der Situation war eine solche Entscheidung treffen zu müssen. 

Grundsätzlich finde ich es aber immer sehr traurig, wenn ich von einer Spätabtreibung aufgrund eines Down-Syndroms höre. Und auch die pränatale Abtreibungsquote finde ich erschreckend (aber auch bezeichnend für unsere Gesellschaft). Das ist mitunter einer der Hauptgründe, der mich zu meiner Rubrik "Mein Leben mit dem Besonderen" bewegt hat. 


4. Was würde dir fehlen, wenn Sonea nicht da wäre. Beziehungsweise was schätzt du an ihr am meisten?

Alles. Sonea ist so eine unglaublich starke Persönlichkeit, voller Charakter, voller Liebe und voller Leben. Sie wäre durch nichts und niemanden ersetzbar und auch niemals wegzudenken.


5. Was würdest du gerne in diesem Land ändern bezüglich der Familienpolitik?

Dass unsere Familienpolitik generalüberholungsbedürftig ist, sieht man ja alleine schon an der niederschmetternden Geburtenrate. Deutschland ist kein kinderfreundliches Land. Erwachsene Menschen, die noch nicht einmal ein einfaches "Hallo" zustande bringen, wenn ein Kind sie grüßt und Kinderlärm als belästigend empfinden. Ein kurzer Besuch in unsere Nachbarländer zeigt, dass das ein Defizit ist, das Deutschland auszeichnet. 

Als Mutter eines behindeten (und eines nicht behinderten) Kindes wünsche ich mir aber vor allem, dass sich etwas in der Bildungspolitik ändert, dass Inklusion nicht mehr zu einem Problem wird, sondern völlig selbstverständlich gelebt werden kann. Denn Inklusion ist für alle da, nicht nur für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Und sie ist unglaublich wichtig - für uns alle.

Vielen Dank.



Freitag, 3. Juli 2015

Scheinbare Sicherheit.


Vorgestern war mal wieder ein Tag, an dem ich einen Beitrag (Siehe hier!) gelesen habe, der mich ein wenig wütend werden ließ über uns selbst. Einerseits Verständnis hervorrief, andererseits Ärger und Verständnislosigkeit. Und auch mein heutiger Gastbeitrag bei Sonea Sonnenschein, der mich sehr erfreut, aber auch ein wenig hibbelig macht, passt mal wieder zu diesem Thema - vielleicht dreht sich auch mein Blog ein wenig um dieses: PLANUNG!


Nun kurz zu dem Text, weil ich eigentlich gar nicht groß schreiben wollte, sondern mich selbst bei Sonea zu Wort kommen lassen (Wer hat den Lust so viel Text von mir bei dieser Hitze zu lesen?!):


Laut Carina Freys Text klagen immer mehr Eltern wegen sogenannter Geburtsfehler, beispielsweise Körperverletzung bei Kaiserschnitten, welche nicht geplant waren oder auch bleibenden Schäden aufgrund Sauerstoffmangel des Kindes bei der Geburt. Ja, einerseits habe ich Verständnis, ich möchte es auch haben. Eltern sind ängstlich, leicht verletzlich und haben diesen unbedingten Wunsch, ein gesundes kleines Wesen zu empfangen, auf welches sie sich monatelang vorbereitet haben. Ebenso auf eine Geburt, die einem genauen Plan verläuft - für was gibt es sonst die Gespräche, Listen und Formulare zuvor?

Andererseits: "Fehler passieren, auch in der Geburtshilfe. Wie viele es sind, kann niemand genau sagen. Es seien aber nicht mehr als in anderen medizinischen Fachbereichen, und sie hätten auch nicht zugenommen, sagen Hebammen, Ärzte, der Medizinische Dienst der Krankenkassen und die Versicherungswirtschaft. "Zugenommen hat die Bereitschaft, Schadensersatz zu fordern", sagt der Gynäkologe Dietrich Berg, der seit mehr als 20 Jahren Gutachten zum Arzthaftungsrecht erstellt." 

Ja, Fehler sind menschlich. Und selbst wenn, muss es immer einen Schuldigen geben? "Oft sind Klagen Ausdruck von Verzweiflung. "Eltern mit einem schwer kranken Kind suchen nach Gründen und Schuldigen", beobachtet Frank Louwen, Schriftführer der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Doch nicht immer kann man diese benennen"


Dass dies negative Folgen für die Geburtshilfe hat, zeigt sich in mehreren Punkten:
1. Die Haftpflichtprämien für Hebammen steigen und daraus folgt eine Hebammenarmut - auch der erwünschte Ort einer Geburt leidet unter dieser Armut (Hier kannst du zum Beispiel eine Petition unterschreiben!)
2. Es werden Untersuchungen in der Schwangerschaft veranlasst, welche oftmals weitere Untersuchungen veranlassen - Verunsicherung, Erfolg (-slosigkeit) kann dadurch auch folgen!
3. "Und viele Geburtshelfer agierten nur noch defensiv, beklagt Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes. "Zieht sich eine Geburt lange hin, wird aus Furcht vor Komplikationen eher ein Kaiserschnitt gemacht.""


Sicherheit, die man sich für Schwangerschaft, Geburt, und der Zeit danach, sowie allen anderen Bereichen des Lebens, erwünscht, gibt es nun mal nicht. Manchmal spielt einem das Leben eben einen Streich, manchmal auch zwei. Und diese Suche nach einem Schuldigen oder mehreren, macht leider auch nicht glücklich. Ich selbst durfte das am eigenen Leib erfahren. Nach unserer Totgeburt in der 32ten SSW habe ich mich auch gefragt: "wie konnte so etwas passieren? Konnte man dies nicht verhindern?!", aber nach ausführlichen Gesprächen und auch Selbstreflexion habe ich es annehmen können. Seitdem frage ich mich und auch andere, die mich darauf ansprechen: "Warum sollte es nicht einmal mich treffen? Warum denn immer die anderen". Man kann aus Schicksalsschlägen lernen und sie machen dich oftmals auch stärker. Wenn dich meine ganze Geschichte interessiert, schau doch bei Sonea nach - wenn du selbst Gespräche zu dem Thema suchst, kannst du mich gerne ansprechen!




Herzlichst, eure Ephi


Schnittmuster: Jerseykleid Lime Lemon in Größe 98 aus der Ottobre 01 / 2014 ohne Ärmel, dafür mit Belegen und Bändern (eine ähnliche Anleitung findest du bei Kluntjebunt, die Anleitung für das Kleid hier!)
Stoff: Fresh Fish und roter Jersey von Lillestoff (Gefunden hier!)





Quelle: "Rechtsstreit nach der Geburt: Arztfehler oder Schicksal?" von Carina Frey auf Spiegel Online (Siehe hier!). Zugriff am 02.07.2015

Ab damit zu Kiddikram, Meitlisache und Freutag



Donnerstag, 2. Juli 2015

Antizyklischer Beitrag. Oder die Verteidigung von jungen Eltern.


Es ist heiß hier, sehr heiß. Und trotz einer tropischen Nacht, wie das die Meteorologen bezeichnen, schmeiße ich mich kurzerhand in meine neue Martha und meine Jeggings, welche ich die letzten zwei Tage gefertigt habe. Wer weiß, wann es wieder kühl wird und ich mich einkuscheln kann? Das Wetter ist ja doch etwas wechselhaft. Aber das macht nichts, ich möchte darüber nicht meckern, trotz Wetterfühligkeit und Kreislaufproblemen. Ich mag die Sonne, sie beschert mir Sommersprossen, lässt mich ohne schlechtes Gewissen Eis schlecken und rumplantschen...! 


Ihr seht also, ich arbeite antizyklisch, eben wie die Schokohasen- und Nikolausindustrie, und singe im Sommer schon Weihnachtslieder. Ich mag jede Jahreszeit. Auch wenn ich der Herbsttyp bin.

Antizyklisch bin ich wohl auch deshalb, weil bei mir die Kinder vor der Karriere entstehen sollen. Beziehungsweise teilweise ja schon vorhanden sind. Aber so ist mein "perfekter" Plan, auch wenn ich Pläne mittlerweile ja hasse (wieso erfahrt ihr  hier oder auch morgen bei Sonea Sonnenschein). Und den erläutere ich euch jetzt.

Der Post könnte also auch lauten: "Die Vorteile vom jungen Elternsein" nach Meinung der Autorin. Denn darüber hatte ich es am Montag mit den Frauen aus dem Nähkurs, welche mindestens doppelt, eher dreimal so alt sind wie ich, den Babyboom noch miterlebt haben oder selbst beförderten und deren Durchschnittsalter beim ersten Kind sicherlich noch bei 25 und nicht bei knapp 30 lag. Ich, mit meinen 20 Jahren hätte sicherlich noch bei Formaten wie "Teenie-Mütter" mitmachen können, welches meist die Wirkung des Fremdschämens hervorruft (ohne jemanden diffamieren zu wollen). Aber nicht jede junge Mutter ist gleich asozial - zumindest habe auch ich öfters diese Blicke hervorgerufen, welche so viel sagten wie "das junge Ding schafft das niemals". Deshalb nenne ich euch jetzt einige Vorteile, welche ich im jungen Mutter- beziehungsweise Elternsein sehe:

1.) man hat mehr Zeit fürs Kind, zumindest als Student. Auch die Kinderärztin unserer Kleinen ist dieser Meinung. Selbst wenn diese Zeit oft geteilt werden muss mit dem Studium. Freie Zeiteinteilung und Flexibilität, die uns nicht einmal Elterngeld Plus und Partnerbonusse bescheren können. 

2.) das Thema Gesundheit und Fitness spielt eine Rolle.
a.) man ist in der Schwangerschaft fitter und gilt meist nicht als Risikopatient, und auch vor der Schwangerschaft ist "20 bis 29 das beste Alter zum Schwangerwerden. Die Fruchtbarkeit ist jetzt am höchsten. Das Bindegewebe ist sehr elastisch und der Körper ist meist relativ schnell nach der Geburt wieder in Form. Die Gefahr einer Fehlbildung des Babys ist in dieser Zeit am niedrigsten." (Naja das mit dem Bindegewebe unterschreibe ich so nicht) 
b.) "Junge Mütter sind oft unbeschwerter und integrieren die Kinder oft flexibler in den Alltag." und sie sind auch körperlich meist fitter. So kann man dem eigenen Kind schnell hinterherrennen und mit ihm rumtoben und hat meist selbst noch Spaß daran - so lange ist die eigene Kindheit noch nicht vorbei. "Insgesamt sind "späte" Mütter empfindlicher, sie stecken zum Beispiel schlaflose Nächte schlechter weg als 20-Jährige."

So sahen die meisten Fotos aus, und bearbeiten hilft leider gar nichts. Da ich aber keine Lust habe nochmal in die dicken Klamotten zu schlüpfen, müsst ihr euch damit abfinden ;)

3.) Für mich ganz ausschlaggebend, man hat als Frau keine wirkliche Babypause. Braucht eventuell mehr Zeit für Ausbildung / Studium. Ist dabei aber geschützt und kann später durchgehend arbeiten. Ich habe viele Freundinnen, die nach dem Studium 2-3 Jahre arbeiten wollen und dann das Baby bekommen (also mit knapp 30 Jahren). Ich drehe den Spieß um und steige mit 30 eine -  ohne ein bis drei Babypausen. So ist der "Plan". Ich kann durchgehend bis zum Einstieg in die Rente, die bei mir sicherlich bei 80 liegt, arbeiten.

4.) das Credo der "Sicherheit" gibt es nicht. Auch meine Schwiegereltern plädieren immer dafür, dass mein Mann und ich mit dem nächsten Kind noch abwarten sollen. Erst Karriere (Sicherheit), dann das Kind (welches Unsicherheit mit sich bringen kann). Aber hat man Sicherheit jemals? Nein. Arbeitslosigkeit, Unfälle, Tod, etc. drohen ständig. Sparen bringt in heutigen Zeiten auch nicht viel. Und meiner Meinung nach, brauchen Kinder auch nicht viel um glücklich zu sein. Auch wenn unsere Kleine verwöhnt wird (sie hat eine große Familie) kommt sie auch mit Kleinigkeiten aus. Meistens wissen die Kleinen doch gar nicht mehr, wo sie anfangen sollen mit spielen. Wenn sie ins Alter kommt, in welcher man mehr braucht (Schule inkl. Ausflügen) wird einer von uns auch schon verdienen. Mindestens. Sicherheit, finanziell gesehen, gibt es nicht. Und auch Absicherungen wie die Ehe zählen heutzutage immer weniger. Deshalb setzen wir da gar nicht drauf, sondern verzichten lieber ein wenig auf unsere Wünsche. 

5.) "Du bist noch so jung. Genieße doch deine Jugend". Und wenn ich gar nicht der Typ dafür bin? Und wenn ich meine Jugend schon früher hatte? Was gehört denn dazu? Feiern bis zum Umfallen? Ich kann mich auch mit einer guten Freundin zum Cocktail Schlürfen treffen und im Zumba die Sau rauslassen. Brauche ich nicht mehr, danke. "Mit Anfang/Mitte 30 ist die Berufsfindung meist abgeschlossen, die Frauen sind relaxter und selbstbewusster. Sie wissen in der Regel genau, was sie wollen und auch die Partnerschaft ist überwiegend gefestigt. Die Phase der Selbsterfahrung und des Ausprobierens ist abgeschlossen. Es fällt leichter, auf bestimmte Dinge wie zum Beispiel Ausgehen und große Urlaube zu verzichten.". Es kommt wohl einfach auf die allgemeine Reife an, die bei mir schlagartig kam (Siehe morgen bei Sonea). 

Und hier leider noch so eins. Aber man erkennt ja die Umrisse. Ich liefere nach, sobald es kühler wird.

6.) man ist näher dran am Kind. Und das finde ich persönlich sehr wichtig. In Zeiten des Umbruchs und rasender Geschwindigkeit (wie dem Internet, der Globalisierung) können unsere Eltern höchstens wenn sie Informatik studiert haben noch ein Auge auf uns werfen. Wir wurden in die Generation Y hineingeboren, sind damit aufgewachsen. Unsere Kleine wollen wir beschützen, aber sie auch so damit aufwachsen lassen, dass sie gut mit Medien umgehen kann. An neuen Entwicklungen sind wir näher dran als Generationen vor uns, welche alles neu erlernen mussten und teilweise nicht mehr wollten / konnten. 

7.) Weitere Kinder sind wahrscheinlicher aufgrund von Punkt 2 a

Ihr seht, ich sehe einige Vorteile darin die Kinderplanung antizyklisch anzugehen, habe auch einige Argumente parat, sicherlich fallen mir noch andere ein, aber das reicht ja erstmal. Ich möchte dabei nichts pauschalisieren, auch später Elternwerden hat Vorteile und man kann meine Argumente ja auch ins Gegenteil wandeln (Sicherheit zuerst, Karriere zuerst). Das sind persönliche Ansichten. Verurteilt zu werden halte ich für falsch und das ist ja auch mein Motto beim Elternsein: Hört auf eure Intuition! 

Herzlichst, eure Ephi


Schnittmuster: Martha und Beinkleid in Größe 36 von Milchmonster (Gefunden hier!)
Stoffe: Jersey Senfgelb und Deer Friends, sowie dunklerblauer Jeans Jersey von Lillestoff (Gefunden hier!)

Heute hat das mit dem Fotografieren leider gar nicht funktioniert, aber ihr erkennt die Werke hoffentlich trotzdem. Doofe Lichtverhältnisse, müde Protagonistin. Ich hab es versucht durch Tanzen und Hintergrundmusik ein wenig zu beeinflussen, aber dafür ist es in Martha und Beinkleid dann doch zu heiß...!

Quelle: Schwanger mit 20,30,40 - Gibt es das richtige Alter auf t-online.de (Siehe hier!), Zugriff am 02.07.2015

Ab damit zu RUMS